Top 10 – Filme 2013

December 29, 2013 at 5:28 pm

2013 war ein durchwachsenes Jahr. Ich habe nicht viele Filme gesehen, aber fast jeden Blockbuster. Da waren sehr viele Enttäuschungen dabei (Man of Steel, Pacific Rim, The Lone Ranger, Die Hard 5, Trance, R.I.P.D. usw.)

Und doch gab es unerwartete Highlights, die jeder gesehen haben sollte. Zu beachten ist, dass ich alle Filme im Original sah, was sich besonders bei den Komödien auf die Gags auswirken kann.

 

1. Gravity (Alfonso Cuarón)

Ganz klar der Film des Jahres. Echtes Kino, für den Besuch im IMAX-Theater gemacht. Atemberaubende Bilder, nahezu perfekte Effekte, eine simple aber spannende Handlung. Endlich mal ein Film für den sich 3D lohnt. Sandra Bullock und George Clooney in Bestform.

 

2. Oblivion (Joseph Kosinski)

Ein Sci-Fi-Film, der sich visuell und handlungstechnisch überall bedient und dabei trotzdem etwas Eigenes erschafft. Spannung durchweg. Tom Cruise kann es noch, aber Andrea Riseborough stiehlt jedem die Show.

 

3. Django Unchained (Quentin Tarantino)

Tarantino  beweist, dass er auch Spaghetti-Western drauf hat und trotz Längen durchweg unterhalten kann. Jamie Foxx und Christoph Waltz sind ein tolles Team, Leonardo DiCaprio ist ein unterhaltsamer Schurke. Das Beste an Tarantinos Filmen sind ihre Drehbücher, weil sie sich nie an Konventionen halten. Dass er für seine B-Movie-Phantasien Geld und Stars bekommen kann, ist ein Lichtblick im sonst so durchkalkulierten Hollywood. Technisch gesehen von 2012, bei uns aber erst im Januar gestartet.

 

4. 2 Guns (Baltasar Kormákur)

Als wären die 80er nie vorbei gewesen, schafft der Film es spielend, einen Buddy-Cop-Movie der heutigen Zeit zu produzieren. Denzel Washington endlich mal als lockerer Typ, der von Marky Mark tatsächlich an die Wand gespielt wird! Die Handlung nimmt so viele Wendungen, dass einem schwindelig wird und trotzdem bleiben Action, Unterhaltung und dumme Sprüche nicht auf der Strecke. Ein toller Spaß mit einem herausragenden Bill Paxton in der Nebenrolle.

 

5. We’re The Millers (Rawson Marshall Thurber)

Ich mag ja Jason Sudeikis. Er verließ Saturday Night Live, um mehr Spielfilme zu drehen und hat mit dieser Komödie ein gutes Händchen bewiesen. Witzig und kurzweilig kommt diese absurde Geschichte, um Amateur-Drogenschmuggler daher. Habe gut gelacht, über’s englische Original.

 

6. The World’s End (Edgar Wright)

Der dritte Teil von Simon Peggs und Nick Frosts „Cornetto-Trilogie“ ist der reifste Film von allen. Meine Rangliste wäre demnach: 1. Hot Fuzz, 2. The Worl’d End, 3. Shaun of the Dead (ich bin nicht so der Zombie-Fan). In der britischen Provinz angesiedelt, ist der Film mit seinem Kampf gegen die Invasion von Außen, letztlich wieder ein Beispiel, wie gut Wright, Pegg und Frost das Thema „Freundschaft“ in Szene setzen können. Ein Film mit Herz.

 

7. This is The End (Seth Rogen/ Evan Goldberg)

Seth Rogen spielt sich selbst, in dieser absurden Hollywood-Apokalypse. Jay Baruchel und James Franco sind auch dabei. Die Show stehlen aber Jonah Hill und Danny McBride. Wem diese Namen nichts sagen, der hat wohl die letzten 6 Jahre keine Komödien gesehen. Daher hier eine kurze Liste mit Empfehlungen: Superbad (2007), Pineapple Express (2008), Observe and Report (2009), She’s Out of My League (2010), Your Highness (2011), 21 Jump Street (2012). Wieder einmal gilt meine Empfehlung für die Originalversionen, da diese Komödien sehr stark durch Improvisation und „Self-Awareness“ geprägt sind, welche in der dt. Fassung gerne verloren gehen.

 

8. Ironman 3 (Shane Black)

Der dritte Einsatz von Robert Downey Jr. Als Ironman fühlt sich an wie eine Fortsetzung vom gern übersehenen Kiss Kiss Bang Bang (2005), was kein Wunder ist, da beide den selben Regisseur haben. Black hat sich durch seine Action-Drehbücher der 80er und 90er (u.a. Leathal Weapon) einen Ruf als Mann der leichten Unterhaltung gemacht und tatsächlich kommt dieser Superheldenfilm mit viel Coolness und Selbstironie daher.

 

9. Lincoln (Steven Spielberg)

Spielberg beweist erstens, dass er noch gute Filme machen kann und zweitens, dass Geschichte jenseits Guido Knopp unterhaltsam und spannend sein darf. Das dichte Drehbuch von Tony Kushner hilft dabei sehr.  Daniel Day-Lewis bekam völlig verdient einen Oscar für sein Präsidentenportrait. Technisch gesehen von 2012, bei uns aber erst im Januar gestartet.

 

10. Elysium (Neil Blomkamp)

Der Film hätte besser sein müssen, hat aber zu viele Schwächen in seiner Handlung. In den USA wollten dann auch gar nicht so viele Leute den Nachfolger von District 9 (2009) sehen, was wohl auch daran lag, dass es sich um eine ziemlich offensichtliche Allegorie auf die aktuelle Immigrationspolitik des Landes bezieht. Unerreicht sind aber die Special Effects. Allein die Roboter sind ein CG-Wunderwerk und machen mir Hoffnung, dass computeranimierte Kreaturen doch eine Qualität haben können, die ich bisher nur bei praktischen Effekten sehe.

 

Ich habe im Kino nur einen deutschen Film gesehen, und zwar Hai-Alarm am Müggelsee (Leander Haussmann/ Sven Regener). Kann man den empfehlen? Naja, da steckt ein halber wirklich guter, lustiger Film drin, der leider von seiner anderen Hälfte fast kaputt gemacht wird. Ein paar gute Gags machen eben noch keine Komödie, ein paar absurde Szenen noch keinen Monty-Python. Haußmann und Regener waren stolz, den Film innerhalb eines Jahres fertig gestellt zu haben. Das sieht man den 90 Minuten aber auch an, denn eigentlich gibt es nur für 40 Minuten Stoff. Der Rest wird in viel zu langen Einstellungen ertränkt. Trotzdem kann ich solche Filme in Deutschland nur empfehlen und hoffen, dass wir mehr davon sehen werden. Wobei es eine Schande ist, dass laut Aussage von Buch/Regie, kein Geld dafür locker gemacht wurde. Wenn die Filmförderung/Verleiher keine Kohle für einen Unterhaltungsfilm ausgeben wollen, wieso wundert man sich eigentlich, dass deutsche Filme so selten unterhalten und kaum Geld einspielen?

 

Habe ich Highlights von 2013 vergessen?