Roger Moore 1927-2017

May 24, 2017 at 6:33 pm

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Wenige Darsteller werden mit nur einer Rolle verbunden. Roger Moore wird aber immer James Bond sein und das ist an sich schon ein imposantes Erbe. Als der Brite in den Siebzigern den legendären Agenten von Sean Connery übernahm, war er schon ein großer Fernsehstar. Er spielte die Hauptrolle in diversen Serien, war in Deutschland vor allem als Simon Templar bekannt und natürlich als Sprücheklopfer in der Kultserie „Die Zwei“. Er hatte natürlich Glück, dass „Live and Let Die“ eine andere Richtung der Bond-Filme einschlug und ihm die Ausarbeitung der Figur so leicht machte. Sieben Mal war er als 007 auf der Leinwand, prägte damit die Figur des James Bond ebenso stark wie es Connery vor ihm tat. Moore war witziger und eleganter als sein Vorgänger. Er half, die Reihe nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen. Mit cleveren Sprüchen und übertriebener Action gab er dem Helden eine Leichtigkeit, die ihn wieder relevant machten. Dabei sah er immer gut aus und versprühte eine Aura von Autorität und Sympathie.
Mit dem Ende seiner Bond-Zeit beendete er auch quasi seine Schauspielkarriere. Es gab noch ein paar Filme, die inzwischen schon fast alle vergessen sind, aber im Grunde genommen ging er in seiner neuen Rolle als UNICEF-Botschafter viel mehr auf und verbrachte die letzten Jahrzehnte seines Lebens damit, unsere Welt ein klein wenig besser zu machen. Manchmal verblassen die Leistungen beim Film neben denen in der echten Welt.
Und so geht ein großer Mann von der Bühne, dessen zwei Rollen noch lange nachhallen werden.

Bud Spencer 1929-2016

June 28, 2016 at 7:19 pm

RIP_Bud

Wenn jetzt die Kultfigur „Bud Spencer“ gestorben ist, könnte man meinen, der Titel „Held der Kindheit“ würde ein bisschen zu oft in seinen Nachrufen auftauchen. Aber seien wir ehrlich, wie viele solcher Helden gibt es wirklich?

Trends kommen und gehen und die Kindheit ist schneller vorbei, als man denkt. Und doch bleiben die „Bud Spencer & Terence Hill“ Filme auch noch Jahrzehnte nach ihrer ersten Ausstrahlung im Kopf. Wer kann sich gegen deren harmlosen, aber total unterhaltsamen Klamauk denn wehren? Wer freut sich nicht, wenn der Dicke dem Schurken eins mit der Faust verpasst und dabei immer wieder einen dummen Spruch raushaut? Genau in der Harmlosigkeit dieser Filme liegen ihr Charme und die Kraft, so lange relevant zu bleiben. Es macht einfach Spaß, sich diese Filme anzusehen.

Für Carlo Pedersoli war das Leben ein Spaß. Dieser Lausbube im Körper eines Riesen, der vom Sport über Umwege zum Film kam, Musik machte, Essen und Leute liebte und dabei kein bisschen unecht wirkte, genoss alles was ihm entgegen kam. Sei es der Ruhm oder eine Backpfeife von irgendeinem Ganoven. Immer war Freude dabei. Das färbt ab. Aufs Umfeld und sogar noch viel weiter aufs Publikum. Mit Bud Spencer verabschiedet sich eine Ikone, eine Kunstfigur, in der so viel vom echten Menschen steckte, dass sie auch echt wirken musste.

Auch als er vor ein paar Jahren seine Biografie vorstellte und dafür durch halb Europa reiste. Da waren die Säle voll. Ja, er war inzwischen alt und nicht mehr so wendig. Die Augen, früher von der heißen Sonne zum Zwinkern gezwungen, später mit jedem Jahr ein bisschen mehr eingekniffen, das Gesicht durch Falten gegerbt und mit einem Rauschebart umrahmt, der Körper noch immer füllig, aber doch schon ein wenig eingefallen – ja, man hätte meinen können, der alte Mann Carlo hätte den unbezwingbaren Bud am Ende eingeholt. Wäre da nicht sein spitzbübisches Lächeln geblieben, das auf einmal auftauchen konnte und über alle Äußerlichkeiten strahlte. Da war er wieder da, der Dampfhammer, der Lebemann, der Held. Da wollte man am liebsten eine Rauferei anzetteln, um noch einmal dabei sein zu können.

Es bleibt der Dank, Bud Spencer so erlebt zu haben, wie es die Legende erzählt: als einen „Held der Kindheit“.

Götz George 1938-2016

June 28, 2016 at 6:50 pm

RIP_Goetz

Wenn man in den letzten Tagen etwas zum Tode Götz Georges liest, liest man auch ein Stück deutsche Geschichte. Die Lebensstationen eines unserer „größten Schauspieler“ sind so typisch deutsch, ja fast ein Klischee, dass sie uns beinahe vergessen lassen, dass er tatsächlich talentiert vor der Kamera spielte.

Geboren kurz nach dem Krieg und den Vater – einen Nazi-Sympathisanten und Schauspielkönig – schon früh in der Kindheit verloren. In den Sechzigern „Winnetou-Filme“ gemacht und damit Teil der größten Publikumserfolge der BRD (und auch DDR) gewesen. In den Siebzigern verweigerte er das Kunstkino, das Fassbinder so prägte und geriet dadurch fast in die Belanglosigkeit, nur im in den Achtzigern mit der Figur „Schimanski“ den „Tatort“ in völlig neue, nämlich realistisch inszenierte Situationen zu bringen (Stichwort: „Scheiße“). Und dann avancierte er in den Neunzigern omnipräsent vom westdeutschen zum gesamtdeutschen Schauspieler. Filme wie „Stonk“, „Rossini“ oder „Der Totmacher“ waren bei Publikum und Kritik gleichermaßen beliebt und ebneten den Weg, um in den letzten 15 Jahren anspruchsvolle Rollen im Kino und TV zu drehen. Zwischendurch haute er immer mal wieder nach Sardinien ab, um die Ruhe, das bessere Wetter, ja das ganze Leben, zu genießen. Alles typisch deutsch und doch so etwas Besonderes.

Ich habe nie einen „Schimanski“ gesehen, weder im regulären „Tatort“, noch in seiner eigenen Reihe. Für mich war George immer erst Darsteller und danach Kultfigur. Dass er bei „Wetten, dass…“ aneckte und auch sonst immer sagte was er dachte, rundete das Bild eines ganz besonderen Künstlers perfekt ab. Da hätte noch mehr kommen können in den nächsten Jahren. So aber bleibt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Was für eine Scheiße!

Robin Williams – 1951-2014

August 13, 2014 at 12:34 am

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Und dann war er nicht mehr da. Robin Williams Leben hier in Kürze, aber nur schwer in Worte zu fassen.

Einzigartig. Robin Williams war seine eigene Kategorie. Durch wen soll man ihn ersetzen können? Es gibt keinen Nachfolger. Die Welt verliert nicht nur einen Menschen, einen Schauspieler, Vater, Kranken, Heiler, Freund. Sie verliert ein Stück von sich selbst. Sie ist eine andere ohne ihn.

Vielseitig. Wer hatte denn sonst so eine Bandbreite? Ein Meister seines Fachs. Sei es Komödie, Drama, Stand Up. Sei es pure Unterhaltung oder Kino mit Tiefgang. Seine Interviews: legendär. Jeder einzelne Moment getrieben von tausend Ideen. Er war ein herumzappelndes Genie, von seiner Umwelt kaum zu bändigen.

Schwankend. Aus seiner Alkoholsucht machte er kein Geheimnis. Drogen gab es auch. 2006 der Rückfall. Die öffentliche Anklage: Wie kann man nur? Nach all den Jahren! Und doch haftete die Krankheit nicht. Sie wurde akzeptiert. Auch die Depression, die dahinter lag. Von ihm selbst so diskutiert wie seine Operation am Herzen. Er wollte nicht wegsehen – und wir sollten es auch nicht! Doch, Wegsehen hilft. Der Umwelt – nicht dem Kranken. Denn am Ende bleibt jeder mit sich allein, kämpft den einsamen Kampf gegen die Dämonen. Sicher, das Schwert mag man ihm in die Hände reichen, im Hintergrund den Chor anstimmen und rufen „Du kannst es, wenn du willst!“, aber den Todesstoß muss jeder selbst vollstrecken. Depression ist ein ständiger Kampf, der täglich aufs Neue geführt wird.

Immer da. Auch wenn er fort ist, Robin Williams wird noch Jahrzehnte überdauern, war er doch jahrzehntelang unser Begleiter. Egal wen man fragt, jeder hat noch eine Erinnerung mehr an ihn. Es kommen uns heute so viele Filme in den Sinn, so viele Charaktere, Momente, Lacher. Was für ein Geschenk an uns!

Danke.