Bud Spencer 1929-2016

June 28, 2016 at 7:19 pm

RIP_Bud

Wenn jetzt die Kultfigur „Bud Spencer“ gestorben ist, könnte man meinen, der Titel „Held der Kindheit“ würde ein bisschen zu oft in seinen Nachrufen auftauchen. Aber seien wir ehrlich, wie viele solcher Helden gibt es wirklich?

Trends kommen und gehen und die Kindheit ist schneller vorbei, als man denkt. Und doch bleiben die „Bud Spencer & Terence Hill“ Filme auch noch Jahrzehnte nach ihrer ersten Ausstrahlung im Kopf. Wer kann sich gegen deren harmlosen, aber total unterhaltsamen Klamauk denn wehren? Wer freut sich nicht, wenn der Dicke dem Schurken eins mit der Faust verpasst und dabei immer wieder einen dummen Spruch raushaut? Genau in der Harmlosigkeit dieser Filme liegen ihr Charme und die Kraft, so lange relevant zu bleiben. Es macht einfach Spaß, sich diese Filme anzusehen.

Für Carlo Pedersoli war das Leben ein Spaß. Dieser Lausbube im Körper eines Riesen, der vom Sport über Umwege zum Film kam, Musik machte, Essen und Leute liebte und dabei kein bisschen unecht wirkte, genoss alles was ihm entgegen kam. Sei es der Ruhm oder eine Backpfeife von irgendeinem Ganoven. Immer war Freude dabei. Das färbt ab. Aufs Umfeld und sogar noch viel weiter aufs Publikum. Mit Bud Spencer verabschiedet sich eine Ikone, eine Kunstfigur, in der so viel vom echten Menschen steckte, dass sie auch echt wirken musste.

Auch als er vor ein paar Jahren seine Biografie vorstellte und dafür durch halb Europa reiste. Da waren die Säle voll. Ja, er war inzwischen alt und nicht mehr so wendig. Die Augen, früher von der heißen Sonne zum Zwinkern gezwungen, später mit jedem Jahr ein bisschen mehr eingekniffen, das Gesicht durch Falten gegerbt und mit einem Rauschebart umrahmt, der Körper noch immer füllig, aber doch schon ein wenig eingefallen – ja, man hätte meinen können, der alte Mann Carlo hätte den unbezwingbaren Bud am Ende eingeholt. Wäre da nicht sein spitzbübisches Lächeln geblieben, das auf einmal auftauchen konnte und über alle Äußerlichkeiten strahlte. Da war er wieder da, der Dampfhammer, der Lebemann, der Held. Da wollte man am liebsten eine Rauferei anzetteln, um noch einmal dabei sein zu können.

Es bleibt der Dank, Bud Spencer so erlebt zu haben, wie es die Legende erzählt: als einen „Held der Kindheit“.

Götz George 1938-2016

June 28, 2016 at 6:50 pm

RIP_Goetz

Wenn man in den letzten Tagen etwas zum Tode Götz Georges liest, liest man auch ein Stück deutsche Geschichte. Die Lebensstationen eines unserer „größten Schauspieler“ sind so typisch deutsch, ja fast ein Klischee, dass sie uns beinahe vergessen lassen, dass er tatsächlich talentiert vor der Kamera spielte.

Geboren kurz nach dem Krieg und den Vater – einen Nazi-Sympathisanten und Schauspielkönig – schon früh in der Kindheit verloren. In den Sechzigern „Winnetou-Filme“ gemacht und damit Teil der größten Publikumserfolge der BRD (und auch DDR) gewesen. In den Siebzigern verweigerte er das Kunstkino, das Fassbinder so prägte und geriet dadurch fast in die Belanglosigkeit, nur im in den Achtzigern mit der Figur „Schimanski“ den „Tatort“ in völlig neue, nämlich realistisch inszenierte Situationen zu bringen (Stichwort: „Scheiße“). Und dann avancierte er in den Neunzigern omnipräsent vom westdeutschen zum gesamtdeutschen Schauspieler. Filme wie „Stonk“, „Rossini“ oder „Der Totmacher“ waren bei Publikum und Kritik gleichermaßen beliebt und ebneten den Weg, um in den letzten 15 Jahren anspruchsvolle Rollen im Kino und TV zu drehen. Zwischendurch haute er immer mal wieder nach Sardinien ab, um die Ruhe, das bessere Wetter, ja das ganze Leben, zu genießen. Alles typisch deutsch und doch so etwas Besonderes.

Ich habe nie einen „Schimanski“ gesehen, weder im regulären „Tatort“, noch in seiner eigenen Reihe. Für mich war George immer erst Darsteller und danach Kultfigur. Dass er bei „Wetten, dass…“ aneckte und auch sonst immer sagte was er dachte, rundete das Bild eines ganz besonderen Künstlers perfekt ab. Da hätte noch mehr kommen können in den nächsten Jahren. So aber bleibt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Was für eine Scheiße!

5 Tipps, das deutsche „Breaking Bad“ zu retten

March 27, 2014 at 4:31 pm

Niemand will die Idee des ZDF, eine deutsche Version von „Breaking Bad“ mit Bastian Pastewka zu realisieren, von vorn herein zum Scheitern verurteilen. Es gibt aber genügend Hinweise (sprich das gesamte deutsche Fernsehen), dass dies total in die Hose gehen wird. Dabei könnte es ganz einfach sein, endlich eine TV-Serie von Qualität  in unserem Land zu produzieren. Die Produzenten von “Morgen hör’ ich auf” können sich hier 5 Tipps zu Herzen nehmen.

1. Familie
Was treibt Walter White im Original an? Seine Familie! Zumindest wiederholt er das immer und immer (und immer) wieder. Stimmt zwar nicht ganz, aber macht doch den Kern seines Handelns aus. Also braucht Pastewka eine starke Familie an seiner Seite. Ideale Gattin wäre natürlich Anke Engelke, aber da das ZDF sich mit nur einem Comedian schon weit aus dem Fenster lehnt (und nachdrücklich betont, dass der eine ernste Rolle spielen wird), bleibt das wohl ein Wunschtraum. So nervig wie Skyler im Original können aber auch andere deutsche Frauen sein, da sollte sich doch was finden lassen (zumal sie bei einem Steuerberater arbeitet, was sowieso schon deutsch klingt). Einen behinderten Sohn finden wir auch noch (ob man sich aber traut, jemanden mit echtem Handicap spielen zu lassen, wird sicherlich die interessanteste Castingfrage). Der Schwager kann ja statt bei Drogenfahndern beim BKA arbeiten und wenn das Ganze in Köln spielt, ist durch Klüngelei auch schon erklärt, wieso der denn ausgerechnet den Pastewka übersehen konnte.

2. Zweier-Dynamik
„Ey, Mr. White… Mr. White… Bitch!“ Das Original hat nicht nur Bryan Cranston als Walter White zu bieten, einen ehemaligen Comedy-Darsteller, der im Laufe der Serie zum Über-Kriminellen wird, sondern auch Aaron Paul, einen Newcomer, dessen Charakter nie aus dem kleinkriminellen Milieu herauskommen kann. Die Dynamik des ehemaligen Lehrers und seines ewigen Schülers macht „Breaking Bad“ mal zur Comedy-Show, mal zur Wissenschaftssendung und auch zum Psycho-Drama. Soll heißen: das ZDF muss unbedingt jemanden finden, der Pastewka das Wasser reichen kann. Das kann ja der Grafik-Praktikant sein, der sich von seinem mickrigen Mindestlohn nichts leisten kann und deshalb zum Dokumentenfälscher wird. Oder der kleine Gras-Dealer, der Verbindungen zur Unterwelt hat. Natürlich stellt das deutsche Format einer 4-teiligen Miniserie ein Problem dar. Schließlich ist es der lange und holprige Weg, den Pinkman und White im Original gemeinsam gehen, der ihre Beziehung zueinander so besonders macht. Mein Vorschlag wäre, ihn mit einem jungen Türken zu besetzen. So holt man sich schon mal den halben Wedding ins Publikum und bleibt dabei auch innenpolitisch relevant (wir sind ja immerhin bei den Öffentlich Rechtlichen). Außerdem deckt man damit schon einen Teil von Punkt 3 ab.

3. Immigranten
Es mag kaum auffallen, da „Breaking Bad“ in den letzten Episoden mit ein paar US-Neo-Nazis endet, aber Tatsache ist, dass in fast allen Staffeln die Antagonisten aus Südamerika stammen. Der weiße Mann (Mr. White!) gegen den Latino-Wilden. Hat da jemand in den USA „Rassimus“ geschrien? Nein! Denn es ist nun mal Tatsache, dass sich die Kartelle in Mexico, Kolumbien, usw. befinden. Zur Recherche kann man gern „Scarface“ oder „Blow“ heranziehen. Ebenso sollte im politisch korrekten Deutschland beachtet werden, dass ein Großteil der kriminellen Machenschaften von Immigranten und Asylanten begangen werden. Das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern spiegelt einen wichtigen Aspekt unserer Gesellschaft wider. Rumänen, Türken, Syrer sind in das ganz normale deutsche Leben eingebunden, aber ebenso Teil des organisierten Verbrechens. Also wäre es nur konsequent, wenn Pastewka mal den Abou-Chaker-Clan vor der Tür stehen hat. Oder wenigstens die „Hells Angels“, die inzwischen ihren Nachwuchs nicht mehr so fein aussieben, wie es noch in den 90ern der Fall war. Es heißt „die Mafia steht vor der Tür“. Mal sehen, ob’s die Italiener werden. Ein aktuelles Bild der Kriminalität in Deutschland lässt sich also nur mit dem Einbeziehen von unangenehmen Wahrheiten wiedergeben, was direkt zu Punkt 4 führt.

4. Realismus
„Breaking Bad“ setzt sich mit Drogenherstellung, -konsum und –fahndung auseinander. Da Amerika seit den Siebzigern im „War on Drugs“ steckt, ist das nachvollziehbar. Wir lernen die Kunst dahinter kennen, die Wissenschaft, die Abgründe und ebenso die Sinnlosigkeit. Dem Gegenüber steht das langweilige Leben der „Normalos“, aus dem Walter White ausbricht und dessen Rolle er doch bis kurz vor Serienschluss noch mitspielt. Daraus ergeben sich Komik und Spannung zugleich. In der deutschen Version haben wir es mit Falschgeld zu tun, einem Thema, dass sich seit den 80ern nicht mehr in den Medien findet. Aktualität sieht anders aus. Zumindest die Tatsache, dass Pastewka einen arbeitlosen Grafiker spielt, ist total realistisch. Endlich kann man all die Jugendlichen da draußen warnen, doch bitteschön „was Vernünftiges zu studieren“. Den ursprünglichen Antrieb Whites, nämlich kriminell zu werden, weil man sich die Krebsbehandlung nicht leisten kann, darf das deutsche Gegenstück leider nicht benutzen, da es dem realen Bild von gesetzlicher Krankenkasse und Arbeitslosen-, sowie Sozialhilfe widerspricht. Das bietet ein großes dramatisches Dilemma, denn man muss einen ebenso zwingenden Grund finden und trotzdem die Hauptfigur sympathisch erscheinen lassen. Schließlich ist der Wandel vom Spießbürger zum Verbrecherkönig Kern des Originals. Zockerei geht nicht, es sei denn man heißt Uli Hoeneß. Vielleicht was mit Immobilien? Da kann man gut Geld verlieren und Opfer sein (Berlin bietet sich als Schauplatz an). Sich mit Kriminellen aus allen Gesellschaftsschichten rumzuschlagen wurde schon angesprochen. Ebenso das Familienleben. Das bietet aber auch: Laaangeweile. So gut das Original auch ist, es gibt Szenen, in denen nur am Mittagstisch gesessen wird. Minutenlang! Kein Gespräch, nur Blicke. Es gibt die Klepto-Schwägerin, eine Büroaffäre und Probleme mit der Behinderung des Sohns. Das sind Aspekte, über die man als Zuschauer gern hinweg sieht, da sie zum Großen Ganzen kaum etwas beitragen. Das heißt aber nicht, dass sie in der deutschen Version außer Acht gelassen werden können. Wir Deutschen können langweilig sein. Richtig doll. Das darf man dann auch zeigen. Auf das wie kommt es an. Und das liegt auch am Geld.

5. Budget
Es ist nicht der erste Versuch, aus ausländischem Material eine deutsche Version zu machen. Meist scheitert so etwas (bis auf den geklauten „Stromberg“). Es gab tatsächlich eine deutsche LOST-Version! Die sah genau so schlecht aus, wie man es vermutet, da sie mit einem Zehntel des US-Budgets auskommen musste. Bei all dem Lob für Bryan Cranstons Schauspiel, für die guten Drehbücher und ausgefallenen Ideen, darf man doch nicht vergessen, dass jede Folge des Originals etwa 3 Mio Dollar kostete! Das ist mehr als ein durchschnittlicher deutscher Spielfilm. Ich bezweifle jetzt schon, dass man für den gesamten 4-Teiler mehr als 3 Mio Euro ausgeben wird. Und doch steckt in der Qualität von „Breaking Bad“ eine Menge Geld. Es gibt in der Serie Kameraeinstellungen, die eher ans Kino und weniger ans Fernsehen erinnern. Es gibt Drehorte, die sind in Weite und Größe kaum zu überbieten. Das Produktionsdesign ist realistisch und High-Tech zugleich (Gus’ unterirdisches Labor). Die Musik ist experimentell und ebenso hochwertig. Jede Nebenrolle ist exzellent geschrieben und besetzt, so als gelte es, aus jedem kleinen Charakter einen Star machen zu wollen. Ein 4-Teiler ist natürlich einfacher zu produzieren, an guten Crews und echten Talenten mangelt es in Deutschland auch nicht. Es wäre nur schön, wenn diese mal anständig bezahlt würden, bzw. ausreichend Geld zur Realisierung von bestimmten Ideen bekämen.

Es wäre wünschenswert, wenn wenigsten ein paar Tipps beachtet werden, anstatt den typisch deutschen Einheitsbrei zu panschen, der durch tausend Köche in Redaktion und Sendeanstalt verursacht wird. Im Grunde genommen hat sich das ZDF keinen Gefallen damit getan, den direkten Vergleich zum Original herzustellen. Wer sich mit den Großen schmückt, muss sich auch an ihnen messen lassen.

Nicht mein Tag – Kritik

January 17, 2014 at 4:44 pm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Peter Thorwarth, 110 min, Deutschland 2014

6Sterne

Kurz:
Nettes Roadmovie mit einem Bankräuber, der einen Angestellten als Geisel nimmt, damit er sich sein Traumauto kaufen kann. Mit dünnem Axel Stein und fluchendem Moritz Bleibtreu. Ein paar Lacher, ein bisschen Gangster, sogar ganz gute Action, aber dafür kann man auch auf die DVD warten.
Peter Thorwarths vierter Film kommt nicht an Bang Boom Bang ran, ist aber besser als Goldene Zeiten.

Lang (SPOILER):
Der gelangweilte Bankangestellte Till (Stein) lehnt einen Autokredit für einen Ford Mustang ab, den sich ein fluchender Kunde (Bleibtreu) so gern kaufen würde. Der Möchtegernrennfahrer entpuppt sich am Tag darauf als Bankräuber „Nappo“, der Till kurzerhand zur Geisel  macht. Till wird im Kofferraum eingesperrt und muss mit seiner Gitarre für Musik im Versteck sorgen, schließlich kommt es tatsächlich zum Mustang-Kauf und Nappo lässt den Familienvater wieder gehen. Der jedoch findet Gefallen am Gangsterleben und steigt zurück in die Karre, nachdem er seine Frau bei einem (vermeintlichen) Ehebruch erwischt. Genau die richtigen Voraussetzungen, um nach Amsterdam zu fahren und ein krummes Geschäft mit ein paar Albanern zu machen.

Die Handlung ist eigentlich damit durch. Aber darum geht es ja kaum bei diesem vierten Film von Peter Thorwarth. Man will ein bisschen Pulp Fiction nach Deutschland bringen. Auch mal einen Gangster-Film machen. Kleinkriminelle den Normalos gegenüberstellen und damit ein paar Lacher provozieren. Das funktionierte bei Thorwarths Erstlingswerk Bang Boom Bang grandios, wirkt aber bei Nicht mein Tag doch recht aufgesetzt, was auch daran liegen kann, dass das Drehbuch auf einem Roman von Ralf Husmann basiert. Ein bisschen wirkt die Handlung wie Malen-nach-Zahlen. Husmann hat sich ja schon als The Office-Plagiator hervorgetan, der bis heute seine Serie Stromberg als Eigenkreation ansieht (obwohl seit der zweitel Staffel das Original im Abspann aufgeführt werden muss). Also lastet der Originalitäts-Faktor auf Thorwarths Schultern.

Tatsächlich ist aber einer der größten Schwachpunkte der Unna-Trilogie geschuldet, denn sämtliche Zitate und Seitenhiebe auf frühere Filme (eigentlich nur Bang Boom Bang) wirken völlig fehl am Platz. Sei es das Nummernschild des Mustangs (von Keek’s Karre geklaut), Ralf Richters Gastauftritt (nebst „Mann, doh!“-Zitat), eine Szene mit Christian Kahrmann als Mark Kampmann, oder das ganz Schlimme „Wieder so ein todsicheres Ding“ auf dem Plakat des Films. Denn wo die Vorgänger noch authentisch wirkten, hat man mit Nicht mein Tag einen „echten“ Film vor sich, also ein rein fiktives Gebilde, dem leider Flair und Lokalkolorit fehlen.

Die Darsteller versuchen also ihr Bestes, so „filmisch“ wie möglich zu wirken. Ganz gut kommt dabei Axel Stein weg, der es mit Vollbart und gefühlten 50 Kilo weniger schafft, den gelangweilten Angestellten ebenso rüberzubringen, wie den frustrierten, später besoffenen und noch später geläuterten Ehemann zu spielen. Auch Anna Maria Mühe als seine Ehefrau kommt ganz echt rüber. Moritz Bleibtreu kann anfangs nicht so richtig als fluchender Assi überzeugen (immer nur „ficken“ rufend) und wird erst in der zweiten Hälfte des Films glaubwürdig. Er ist halt der Gangster mit Herz. Seine Freundin, von Jasmin Gerat gespielt, kann sich stattdessen nicht so recht entscheiden, ob sie jetzt Dummchen oder Zicke sein will. Man nimmt ihr das Proletensein einfach nicht ab. Und das trifft dann auch auf sämtliche anderen Charaktere zu. Sei es die rumvögelnde Familienfreundin (in Drehbuchkreisen auch „Plot Device“ genannt, da sie nur eine Funktion hat, nämlich den Ball ins Rollen zu bringen). Sei es Ralf Richter als Autoschieber „Langer“, oder sein Sohn Maxwell Richter als dessen Balg „Kurzer“. Von der fiktiven Rockband „Donar“ ganz zu schweigen. Wo sind Leute wie „Schlucke“, „Ratte“, oder „Werner Kampmann“, wenn man sie braucht?

Der Film hat also weniger ausgefallene Charaktere, als man sich wünschen würde. Und die Witze sind so spärlich verteilt, dass man sich manchmal fragt, ob Thorwarth immer eine Komödie drehen wollte, oder eigentlich einen ernsten Film. Vor allem zum Ende hin wird es dann doch recht düster. Es gibt aber immerhin ein paar gute Sachen: das Kölner Navi ist der Hammer (schön bescheuert von Tom Gerhardt gesprochen), die Geburtstagsfeier in der Bank (mit schlechter Gesangseinlage), eine typisch deutsche AB-Ansage, ein paar Möpse (da sind wir ja weniger prüde als in US-Filmen) und Mark Kampmann im Porsche (selbst wenn’s fehl am Platz ist). Davon hätte ich mir sehr viel mehr gewünscht (und gerne auf einen Gastauftritt von Produzent Til Schweiger verzichtet).

Alles in allem ist Nicht mein Tag nicht schlecht. Vielleicht muss Thorwarth nach 8 Jahren Drehpause einfach wieder warm werden. Hoffen wir, dass der nächste Film etwas schneller kommt.

Nicht mein Tag (2014) – Filmclips

January 15, 2014 at 1:42 pm

Morgen (16.01.14) kommt endlich der vierte Film von Peter Thorwarth ins Kino. Auch wenn ich den Trailer leider nicht vielversprechend finde, werde ich mir den Film doch anschauen. Einen Vorgeschmack bieten diese zwei halbwegs lustigen Clips:

Es gibt noch mehr, aber die sind leider nicht so gut. Ein bisschen nervös bin ich dann doch schon…

 

Weltweit Surfen – Weltweit alles sehen

January 11, 2014 at 5:04 pm

VPN-Bild

VPN (Private Access) ist einer von vielen Anbietern, die barrierefreies, quasi-anonymes Surfen erlauben. Für rund 30,00EUR im Jahr bekommt man einen Zugangscode, der den eigenen Rechner mit verschiedenen Standorten auf der Welt verbinden kann und so verschleiert, dass man in Deutschland sitzt. Aber wofür braucht man das eigentlich?

Youtube! Nachdem es sich die GEMA zur Aufgabe gemacht hat, jedes zweite Musikvideo zu sperren, kann man in Deutschland kaum internationale Musik sehen/hören. Lady Gaga kann wieder trällern (nee, ehrlich, ihre Videos sind ganz gut).

Internationale TV-Sender! Viele Sendungen laufen auf den Webseiten von NBC, ABC, BBC usw. kurz nach ihrer Fernsehausstrahlung, sind aber dem jeweiligen Ausstrahlungsland vorbehalten. Wer also Saturday Night Live Clips sehen möchte, die sonst nur von einem US-Rechner aus abrufbar sind, kann das jetzt tun.

Hulu! Hulu.com ist eine Website, in der kostenlos TV-Serien angesehen werden können. Wenn man in den USA sitzt. Mit VPN kann man jetzt auf eine Datenbank der letzten Jahre zugreifen.

Anonymität! Theoretisch surft man nur noch per „Tunnel“ also mit fremder IP-Adresse. Das bringt Anonymität und sollte sogar das „böse“ Downloaden sicher machen. Darauf würde ich aber keine Gewähr geben, da VPN die Einlog-Daten von jedem Kunden behält und per Gericht gezwungen werden könnte, die Original-IP heraus zu geben. Anonymität ist seit dem NSA-Skandal ja sowieso nicht mehr glaubwürdig.

Der Code/ das Programm ist nicht auf einen Rechner fixiert, kann also mehrfach genutzt werden. Nach einem Jahr als Kunde bei diesem Dienst, möchte ich das nicht mehr missen, auch wenn die Netzgeschwindigkeit etwas geringer als im normalen DSL-Betrieb ist.

Poll (2010) – TV Tipp 08.Januar 2014

January 8, 2014 at 6:01 pm

Heute Nacht versendet die ARD den großartigen deutschen Film Poll. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte bis 23:00Uhr wach bleiben, das ganze aufnehmen, oder auf DVD ansehen. Wirklich schöne Bilder und eine gut erzählte Geschichte machen Poll zu einem meiner Favoriten in der von mir sonst unbeachteten deutschen Filmlandschaft.

 

Nicht mein Tag (2014) – Trailer

January 5, 2014 at 9:00 pm

Irgendwie geht der neue Peter-Thorwarth-Film ja bisher unter. Mit Moritz Bleibtreu, Ralf Richter und Axel Stein (in dünn). Sieht ein bisschen erwachsener als Bang Boom Bang aus. Ich bin sehr gespannt.