Edge of Tomorrow – Kritik

August 10, 2014 at 7:06 pm

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Edge of Tomorrow, Regie: Doug Liman, 113min, USA 2014

8Sterne_lang

Kurz:
Und täglich grüßt das… trifft Starship Troopers. Actionreicher, sehr unterhaltsamer und überraschend lustiger Sci-Fi-Film. Tom Cruise stirbt im Kampf gegen Tentakel-Aliens und wacht „wiedergeboren“ am Tag ihrer Invasion auf. Und stirbt wieder. Und wacht wieder auf. Und stirbt wieder… Emily Blunt trainiert ihn vom Normalo zum Supersoldaten.

 
Lang (Spoiler):
Tom Cruise liefert nach Oblivion schon wieder tolle Sci-Fi-Unterhaltung, die nicht zu tief geht und deshalb bis zum Schluss Spaß macht. Regisseur Doug Liman weiß, welchen Film er da abliefert und nutzt Cruise so gut es geht. Anfangs ist seine Figur Major Cage noch der Poster-Boy des menschlichen Widerstands gegen de Alien-Invasion. Ein Schauspieler, der seine Rolle des amerikanischen Kriegsverkäufers sichtlich genießt, weil er sich dem „normalen“ Militärbetrieb entziehen kann. Ein feiger Aufschneider, der – durch einen Briten enttarnt und als Deserteur zur Infanterie runtergestuft – völlig fehl am Platz zur Front zieht. Und stirbt!

Sein Wiedererwachen wurde schon im Trailer tausendmal gezeigt und ist weniger überraschend als die Tatsache, dass die erste Stunde des Films mit der Situation („Live. Die. Repeat.“) spielend umgeht und ganz nebenbei auch noch ein paar nette Nebenfiguren zeigt. Bill Paxton setzt als Drill-Sergeant sein Mini-Comeback der letzten 2 Jahre fort. Sein Soldatenteam versucht dabei sogar an die guten Aliens-Zeiten anzuknüpfen. Ja, diese Figuren bleiben auch nur an der Oberfläche. Aber jede ist wohl besser ausformuliert als alle Transformers-Militärs es jemals waren.

Der schwächste Teil des Films sind sicherlich die Aliens. Das Design ist an Matrix-Sentinels angelegt, ihre Verbindung zueinander erinnert an die Borg und Independence Day (und da hören die Ähnlichkeiten noch lange nicht auf). Ihre „Technik“, also die Möglichkeit, Zeitsprünge zu machen, wird kaum erklärt, da man weiß, dass jede Erklärung zum Scheitern verurteilt ist. Das war beim Murmeltier tatsächlich viel besser. Man könnte die Aliens auch „Plot-Device“ nennen. Letztlich funktioniert die Handlung innerhalb dieser Stussparameter aber immer noch gut genug, weil Liman es schafft, den Fokus auf seine beiden Hauptfiguren zu legen.

Der Film schafft es sogar, aus der dünnen Emily Blunt, die kampferprobte Rita zu machen, eine tatsächlich glaubwürdige Kriegerin. Gleichzeitig lässt er Spiel für eine zaghafte Love-Story.

Die Special Effects sind top, es wird geballert was das Zeug hält. Stunts ebenso. Die Visual Effects fließen nahtlos in die Handlung. Wer dachte, die Mecha-Suits könnten mit den eleganten Elysium-Versionen nicht mithalten, wird eines besseren belehrt. Es ist erfrischend zu sehen, dass die Anzüge quasi Standardgrößen sind, welche Cruise & Co zu Beginn des Films mehr behindern als helfen. Natürlich passt ihm seine Rüstung besser, je länger der Film geht und je versierter er mit dem Militärequipment umgehen kann. Da hat sich jemand endlich mal Gedanken gemacht!

Soweit alles toll. Natürlich stinkt das Ende ein bisschen ab, weil man doch quasi auf Hollywood nicht verzichten wollte. Aber es passt zur Gesamthandlung und zu dem Thema „obskure Sci-Fi“ irgendwie dazu, dass Cage nicht nur überlebt, sondern auch eine Chance auf Happy End mit Rita hat.