Die Top Filme 2014

December 31, 2014 at 11:48 am

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2014 war sehr durchwachsen, fast schon ein schlechtes Jahr für Filme, gäbe es da nicht ein paar Highlights.

1. Interstellar (Christopher Nolan) 9/10
Nolans 2001-Update funktioniert grandios im IMAX-Kino und sollte da auch unbedingt gesehen werden. Ansonsten könnte es dem Film wie dem letztjährigen Gravity gehen, der beim Sehen auf dem kleinen Bildschirm an Wucht verliert. So bleibt aber zu sagen, dass mit tollen Schauspielern, absolut perfekten Special FX und Visual FX, Hans Zimmers bombastischen Orgelscore und einer Handlung, die kurz vor dem Kitsch doch irgendwie die Kurve kriegt, das Kinoerlebnis des Jahres abgeliefert wurde. Nolan beweist mal wieder, was das Wort „Innovation“ im Kinokontext wirklich bedeuten kann.

2. Edge of Tomorrow (Doug Liman) 8/10
Limans Science-Fiction-Tom-Cruise-Spektakel war sicherlich die größte Überraschung des Jahres. Eine Handlung wie ein Computerspiel, Matrix-artige Aliens, Mecha-Anzüge, die auf den ersten Blick mit dem modernen Design vom letztjährigen Elysium nicht mithalten können und eine dünne Emily Blunt, die der beste Soldat der Erde sein soll. Das hört sich nicht nach dem unterhaltsamsten Abenteuer von 2014 an. Ist es aber trotzdem! Der Film macht einfach so viel Spaß. Neben Cruise und Blunt darf Bill Paxton glänzen und eine Reihe von Nebenfiguren runden das Ensemble gekonnt ab. Es kommt nie Langeweile auf, für einen Witz ist immer Platz und doch bleibt auch das Drama nicht auf der Strecke. Endlich mal wieder ein Rundumpaket, bei dem es an keiner Ecke hapert. Mehr dazu hier.

3. Guardians of the Galaxy (James Gunn) 8/10
Das hätte der Film des Jahres sein sollen, allein weil Marvel hier völlig unbekannte Charaktere auf eine spaßig bunte Science-Fiction-Welt loslässt und damit der nächsten Generation ihr eigenes Star Wars verpassen könnte. Irgendwie schafft Regisseur Gunn dann trotzdem nicht, seinen eigentlich absurden Film von vielen Filmklischees zu befreien. Sei es der lahme Gegner Ronan, der unnötige Auftritt von Thanos (schlecht animierter Josh Brolin), das Ende-der-Welt-Szenario oder überhaupt die Idee, ein paar Halunken zusammenzupferchen, um sie zu echten Freunden zu machen. Da muss heutzutage mehr drin sein. Nichts desto trotz ein guter Spaß, den man gerne mehrmals sieht. Mehr dazu hier.

4. The Lego Movie (Phil Lord, Christopher Miller) 8/10
Ein Film über Legosteine? Also 90 Minuten Reklame für ne Bausteinfirma? Und das soll lustig sein? Ja, das ist total lustig und schnell und innovativ und Meta und bunt und alles! Regieduo Lord und Miller (21 Jump Street) schaffen es, diesem absurden Thema so viel Leben einzuhauchen, dass jede Minute Spaß macht. “Everything is awesome!”

5. 22 Jump Street (Phil Lord, Christopher Miller) 8/10
Der zweite Film des Regiedous Lord und Miller (The Lego Movie) macht sich über Fortsetzungen lustig und ist dabei so unterhaltsam wie schon der erste Teil des Serien-Reboots. Jonah Hill und Channing Tatum haben immernoch so viel Spaß wie das letzte Mal und auch an Action steht diese Komödie ihrem Vorgänger in nichts nach. Wie jeder Film hier, ist das ganze aber bitte nur im Original zu genießen, da die Hälfte der guten Sprüche in der Übersetzung an Kraft verlieren.

6. Dawn of the Planet of the Apes (Matt Reeves) 7/10
Besser als der letzte Teil des Reboots, wohl auch, weil wir weiter in die Welt der Affen eindringen, die beeindruckend mit computergenerierten Lebewesen aufwarten kann. Die Handlung um die letzten Menschen nach Ausbruch der Affen-Grippe ist durchaus spannend wird aber durch den internen Machtkampf der Schimpansen überschattet, was nichts schlechtes heißen muss. Natürlich bewegt sich der Film am Rande des Absurden, wenn Affen mit Maschinengewehren in den Händen auf Pferden in die Schacht reiten. Aber das Konzept der intelligenten, sprechenden Primaten ist die meiste Zeit so toll umgesetzt, dass man denken könnte, in einem gut durchdachten Film zu sitzen. Mehr dazu hier.

7. How to Train Your Dragon 2 (Dean DeBlois) 8/10
Der zweite Teil des besten Animationsfilmes, der nicht von Pixar kommt, kann seinem Original das Wasser reichen. Die Handlung ist größer angelegt, Welten werden erweitert, neue Charaktere kommen hinzu und das passiert alles so spielerisch, dass man den neuen Abenteuern von Hickup und seinem Drachen Toothless gerne zusieht. Ein bisschen ernster als sein Vorgänger kommt er schon daher, auch weil die Protagonisten zu Teenagern gewachsen sind. Der dritte Teil soll auf jeden Fall kommen und das Ganze abrunden. Nach dieser Fortsetzung mache ich mir keine Sorgen, dass dies eine der besten Trilogien überhaupt werden kann.

8. Bornholmer Straße (TV – Christian Schwochow) 8/10
Tatsächlich hat es einer der wenigen deutschen Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe, in diese Liste geschafft. Ein wirklich unterhaltsamer, lustiger und dabei doch relevanter Film (wir feiern dieses Jahr 25 Jahre Mauerfall). Die Charaktere rutschen alle knapp am Klischee vorbei, was ihre Handlungen in der Nacht vom 9. November 1989 um so authentischer macht. Allen voran schafft es Hauptdarsteller Charly Hübner die Balance zwischen Klamauk und Dramatik zu wahren. Ich fasse es nicht, ein deutscher Film, der Timing versteht! Das gibt Grund zur Hoffnung, dass wir neben Schweiger/Schweighöfer-Komödien doch was Lustiges in unserem Lande hinbekommen.

So wirklich begeistern konnte in diesem Jahr aber sonst nichts mehr auf der großen Leinwand. Erwähnen muss man aber noch das (US-)Fernsehen, das mal wieder Maßstäbe setzt.
Nicht verpassen sollte man:

1. True Detective (ja, wirklich so gut, wie alle sagen)
2. Die dritte und leider letzte Staffel von The Newsroom
3. Die zweite Staffel von House of Cards
4. Die aktuelle Staffel von South Park („Ya ya ya, I am Lorde“ / „PewdiePie!“)
5. Last Week with Jon Oliver (eine echte Bereicherung für Daily Show Fans)

 

Hab ich was vergessen?