Die großen Flops 2014

December 31, 2014 at 12:13 pm

Flop2014_Blog_schmal
Was hätte 2014 nicht alles funktionieren sollen? Das Jahr sollte doch voller Knaller sein! Stattdessen überwogen die Totalausfälle – Filme, die auf den ersten Blick gut aussahen und dann doch absolut enttäuschten. Bei manchen war es absehbar, andere wiederum konnten erst im Kinosaal ihre völlige Enttäuschung verbreiten. In keiner besonderen Reihenfolge, da alle durchweg schlecht sind. Unbedingt vermeiden!!!

The Hobbit – Battle of the Five Armies
Ausführliche Gründe gibt es hier, kurz gesagt enttäuscht Peter Jacksons letzter Ausflug ins Fantasy-Reich vor allem durch seine aufgeblähten Schlachten, dünne Story und übermäßig schlechten digitale Effekte. Vorbei der Zauber der Herr-Der-Ringe-Trilogie. Es bleibt die Hoffnung, nie wieder von Dreharbeiten in Neuseeland zu hören, die irgendwas mit Zwergen, Orcs oder Zauberern zu tun haben.

Godzilla
Was hätte es nicht sein sollen? Die Wiedergutmachung für Roland Emmerichs enttäuschenden Hollywood-Godzilla (1998). Heisenbergs größtes Kinoabenteuer. Ein Film für Monsterfans und Sci-Fi-Nerds zugleich. Action mit Herz und Kopf – schließlich inszenierte Gareth Edwards, dessen Independet-Sci-Fi-Film Monsters (2010) überraschend Tiefgang hatte und trotzdem an Aliens nicht sparte. Doch leider hat es nicht sein sollen. Die Handlung: hanebüchen. Die Charaktere: langweilig (Hauptdarsteller Aaron Taylor-Johnson hat all sein Charisma in den Kick-Ass-Filmen gelassen, Bryan „Heisenberg“ Cranston stirbt viel zu früh und Ken Watanabes japanischer Wissenschaftler erschließt sich leider nicht als interessantes Bindeglied zum asiatischen Kino sondern nur als reingezwängter Stichwortgeber, der uns Godzillas Hintergrund erklärt: mit dem Holzhammer). Die Effekte: ziemlich gut, aber kaum zu sehen! Da gibt es ein paar Kämpfe von Godzilla gegen andere Riesenmonster und wir sehen das nur hinter eingestürzten Häusern, nächtlichem Nebel und wackeligen TV-Bildern. Sowieso das Konzept: Wer kam denn auf die Idee, einen Monsterfilm zu drehen, in dem die Menschen dem Publikum egal sind und die Viecher als Bedrohung viel zu abstrakt durch die Gegend staken? Ich war überrascht, dass der Film so viel Geld eingespielt hat, weil ich wirklich nicht weiß, welches Publikum er überhaupt ansprach. Einziger Lichtblick: der digitale Godzilla sah aus, als steckt ein Mensch im Gummianzug drin. So ein Konzept muss man 2014 erstmal durchziehen!

Lucy
Wow, was für ein Totalausfall!! Luc Besson schafft es, seine gesamten filmischen Leistungen durch diesen idiotischen Eurotrash in Frage gestellt zu sehen. Wirklich, wie kann der Regisseur von Leon-Der Profi und Das 5. Element nur so eine riesige Grütze fabrizieren? Angefangen vom wissenschaftlich völlig widerlegten Klischee des ungenutzten menschlichen Hirns, über schlecht choreografierte Kampfszenen und Verfolgungsjagden bis hin zum völlig antiklimaktischen Finale wirkt dieses Machwerk wie der Erstlingsfilm eines Studenten. Noch mehr Meckerei gibt es hier.

Noah
Darren Aronofsky hat ein paar gute Filme gemacht und einen brillanten (The Fountain). Sein Blick war stets ungeschönt und direkt am Menschen dran. Aber wer dachte, dieser Regisseur könnte der doch recht unrealistischen Handlung der biblischen Sinnflut etwas Realismus einhauchen, der irrte gewaltig. Sein Werk nimmt die Vorlage zum Teil wörtlich und verhindert dadurch irgendeine Art von glaubwürdiger Umgebung – und damit die Möglichkeit einer durchdachten Handlung. Die Charaktere sind dann doch zu schablonenhaft, als könnten sie über den Blödsinn hinwegtäuschen, der uns da serviert wird.

Pompeii
Vielleicht ist es unfair Paul W.S. Andersons letztes Machwerk hier aufzuführen, weil sich der Ehemann von Milla Jovovich (!!!) seit über einem Jahrzehnt mit immer neuen B-Movies unterbietet. Aber man hätte doch vermuten können, dass diese Mischung aus Gladiator und Titanic eine halbwegs mitreißende tragische Liebesgeschichte erzählen könnte. Ach Quatsch, wem macht man da was vor. Der Resident-Evil-König steht nur eine kleine Stufe über Uwe Boll und wird wohl auch im kommenden Jahrzehnt nur Schrott produzieren.

Sin City – A Dame to Kill For
Ich fand den ersten Teil schon frauenfeindlich, stilistisch unausgegoren und sich selbst viel zu ernst genommen. Der zweite Teil der Regiekombo Robert Rodriguez + Frank Miller erweist sich zusätzlich dazu noch als absolut langweilig. Die Darsteller spielen, als wären sie gerade aus dem Koma erwacht und die ständigen Kommentare aus dem Off, die uns wohl die Gefühlswelt dieser steifen Schaufensterpuppen näher bringen sollen, wirken wie aus einer langatmigen Lesung des Rentnerbuchclubs. Außerdem wird nicht ersichtlich, in welcher Reihenfolge die einzelnen Episoden zueinander oder zum ersten Teil eigentlich stehen. Wer darauf 9 Jahre gewartet hat, dürfte nach einem dritten Teil wohl nicht mehr so laut schreien.

Teenage Mutant Ninja Turtles
Nachdem klar war, dass Michael Bay dieses Reboot unserer liebsten Schildkrötenkämpfer produzieren würde, musste man ein Fuck-Up á la Transformers erwarten und wurde dann auch nicht enttäuscht. Jetzt nicht mehr im Gummianzug, sondern durch Motion Capture digital zum Leben erweckt, wirken die vier Grünen irgendwie völlig daneben. Es hilft nicht, dass die Action und Komik stümperhaft inszeniert sind und eine neue, blöde Backstory erfunden wurde, die April O’Neil zur „Mama“ der Viecher befördert. Und dafür musste der arme Will Arnett auf die „Wetten, dass…“ Fernsehbank…

Transformers – Age of Extinction
Wenn man vom Teufel spricht, darf Michael Bays Regiearbeit dieses Jahres natürlich nicht unerwähnt bleiben. Eigentlich keine wirkliche Überraschung, nachdem die Filme mit jeder Fortsetzung immer schlechter wurden und doch gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer für den vierten Teil der Riesenroboterserie, denn es wurden die menschlichen Protagonisten mal komplett ausgetauscht, so dass sich jetzt Marky Mark mit irgendwelchen Unbekannten zusammentut, um Optimus Prime zur Seite zu stehen. War leider nix. Der einzige Lichtblick dieser erneuten sinnlosen Materialschlacht ist T.J. Miller, der sobald die Action langsam an Fahrt gewinnt auch direkt gekillt wird. Denn warum sollte man das erste Drittel des Films nicht mit der dümmsten Entscheidung des Jahres beenden, um die letzten zwei Drittel mit digitalem Schrott zu füllen, zu dem, ungelogen, Roboter-Dinosaurier gehören? Ja, warum eigentlich nicht? Eine Frage, die sich Bay wohl niemals stellen wird.

Transcendence, A Million Ways to Die in the West, Sabotage
Die drei wurden schon hier besprochen und haben sich rückblickend auch nicht mit Abstand zum Kinobesuch gebessert. Vielleicht kann ich Sabotage etwas gnädiger sehen, zumal dieser nicht Schwarzeneggers größtes Missgeschick seit seinem Comeback war – das war nämlich Escape Plan (2013), der zufälligerweise auch Stallones schlechtester Film seit Jahren ist. Und die beiden haben immerhin einen recht schlechten Expendables 3 in diesem Jahr rausgebracht! Der hat es übrigens auf die Liste nicht geschafft, weil er tatsächlich der beste Teil dieser Altherren-Idiotie war.

Da ich zu wenig deutsche Filme in diesem Jahr sah, kann ich da auch keinen Verlierer kühren, aber meine Meinung zu einem der groß gelobten Tatorte spiegelt wohl meine Haltung wider, zu so manch einem Versuch in unserem Land, auch mal einen auf Hollywood zu machen. Nach dem Zusammenstellen dieser Totalausfälle, frage ich mich, ob wir hier ein Hollywood 2.0 wirklich anstreben sollten.