Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere – Kritik

December 9, 2014 at 9:06 pm

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The Hobbit: TheBattle of the Five Armies, Regie: Peter Jackson, 144min., Neuseeland, UK, USA 2014

3Sterne_lang
Kurz:
Der letzte Teil der Hobbit-Trilogie ist der kürzeste und doch viel zu lang. Eine riesige Schlacht zieht sich bis zur Ermüdung hin und lässt mit jeder Minute, die vergeht und jedem computeranimierten Viech, das abgeschlachtet wird, ein kleines Stück Originalität hinter sich, bis es schließlich nach 3 Jahren und 3 überflüssigen Filmen geschafft ist, jeden Zauber der Original-Herr-Der-Ringe-Trilogie zu nehmen. Peter Jackson mutiert zum neuen George Lucas und verliert sich in digitalen Spielereien, statt auf guten Dialog, vorantreibende Handlung oder seinen Titelgeber (den Hobbit) zu setzen.

Lang (Spoiler):
Eigentlich kann man sich eine Langversion sparen, da die Enttäuschung ja schon in der Zusammenfassung steckt. Sicher, die ersten beiden Hobbit-Filme waren keine Meisterwerke. Erst recht nicht, wenn man sie mit den besser gemachten Herr-Der-Ringe-Filmen vergleicht. Zumindest der zweite Teil konnte aber mit Smaug aufwarten, einem coolen Drachen und endlich mal coolem Gegenspieler, der sich zum Ende aus seiner Goldhöhle erhebt um ein armes Fischerdorf anzugreifen.
Und dann das: Gleich zu Beginn des dritten Teils richtet Smaug das angekündigte Unheil an und wird dann wie zu erwarten vom einzigen Menschen, den man im letzten Film länger vorstellte, niedergestreckt. Sein Name: wurscht. Er ist irgendein Aragon-Verschnitt (gespielt von Luke Evans). Genauso wie der Zwergenkönig Thorin (Richard Armitage) auch nur ein Aragon-Verschnitt ist. Der besetzt fortan die Höhle des Drachen und wird durch das dort lagernde Gold langsam verrückt. Das passiert am Anfang des Films, wenn es doch eigentlich der Abschluss des Hobbits sein sollte! Was dann kommt, ist eine Aneinanderreihung von belanglosen Kämpfen unter Feinden, die man nicht gewinnen sehen will.
Die Leute des Fischerdorfs suchen nun Unterschlupf in einer Burg nahe der Drachenhöhle. Dann kommen auch noch Elben, die irgendwas anderes in dem Goldhaufen vermuten. Irgendwelche Juwelen. Das ist doch mal ein Grund die Höhle zu belagern und dem Zwergenmann und seinen 12 Gefährten den Krieg anzudrohen! Gleichzeitig wollen auch ein paar Orcs an den Schatz. Damit hätten wir dann schon mal vier der titelgebenden Heere abgehakt. Später kommt nochmals eine Reihe Orcs dazu, Verstärkung für die Zwerge (mit einem computeranimierten(!) Billy Connolly) und dann noch Legolas (Orlando Bloom) und seine Freundin (Evangeline Lily), die in einen der Zwerge verknallt ist. Der stirbt am Ende, genauso wie der Zwergenkönig.
Zwischendurch wird Gandalf (Ian McKellen) von Sauron gefoltert, später dann von Kate Blanchett, Hugo Weaving und Christopher Lee gerettet, weil das eine Brücke zu den Herr-Der-Ringe-Filmen schlagen soll.
Sowieso versucht Jackson hier einem kurzen Kinderbuch das Epische seiner früheren Filme überzustülpen und scheitert dabei grandios, denn es macht einfach keinen Spaß den tausend Kämpfen zuzusehen. Weil sie einerseits völlig unrealistisch animiert sind (ja sind wir denn in einem Computerspiel?) und andererseits auch unrealistisch inszeniert (Wie kann ein Zwerg einen doppelt so großen Orc mit einem Hieb umhauen?).
Nein, dieser Film macht weder Spaß noch Sinn und bildet so den letztlich unbefriedigenden Abschluss einer Sechser-Filmreihe, die doch schon mit ihrem dritten Teil einen guten Abschluss bekommen hatte. Ein Glück verweigern die Erben Tolkiens weitere Lizenzierung der noch nicht verfilmten Bücher. Obwohl es schon einen Grund gibt, warum ich den titelgebenden Hobbit Bilbo (Martin Freeman) nie erwähne. Er ist nämlich alles andere als eine Hauptfigur, alles andere als ein Bindeglied vom Publikum zur Handlung. Er ist – so wie auch der ganze Film – bedeutungslos. Da könnte ein Remake vielleicht besser gelingen. Aber dafür sollte man Peter Jackson bitte in seiner Green-Screen-Höhle lassen und mal neue Talente finden.