5 Tipps, das deutsche „Breaking Bad“ zu retten

March 27, 2014 at 4:31 pm

Niemand will die Idee des ZDF, eine deutsche Version von „Breaking Bad“ mit Bastian Pastewka zu realisieren, von vorn herein zum Scheitern verurteilen. Es gibt aber genügend Hinweise (sprich das gesamte deutsche Fernsehen), dass dies total in die Hose gehen wird. Dabei könnte es ganz einfach sein, endlich eine TV-Serie von Qualität  in unserem Land zu produzieren. Die Produzenten von “Morgen hör’ ich auf” können sich hier 5 Tipps zu Herzen nehmen.

1. Familie
Was treibt Walter White im Original an? Seine Familie! Zumindest wiederholt er das immer und immer (und immer) wieder. Stimmt zwar nicht ganz, aber macht doch den Kern seines Handelns aus. Also braucht Pastewka eine starke Familie an seiner Seite. Ideale Gattin wäre natürlich Anke Engelke, aber da das ZDF sich mit nur einem Comedian schon weit aus dem Fenster lehnt (und nachdrücklich betont, dass der eine ernste Rolle spielen wird), bleibt das wohl ein Wunschtraum. So nervig wie Skyler im Original können aber auch andere deutsche Frauen sein, da sollte sich doch was finden lassen (zumal sie bei einem Steuerberater arbeitet, was sowieso schon deutsch klingt). Einen behinderten Sohn finden wir auch noch (ob man sich aber traut, jemanden mit echtem Handicap spielen zu lassen, wird sicherlich die interessanteste Castingfrage). Der Schwager kann ja statt bei Drogenfahndern beim BKA arbeiten und wenn das Ganze in Köln spielt, ist durch Klüngelei auch schon erklärt, wieso der denn ausgerechnet den Pastewka übersehen konnte.

2. Zweier-Dynamik
„Ey, Mr. White… Mr. White… Bitch!“ Das Original hat nicht nur Bryan Cranston als Walter White zu bieten, einen ehemaligen Comedy-Darsteller, der im Laufe der Serie zum Über-Kriminellen wird, sondern auch Aaron Paul, einen Newcomer, dessen Charakter nie aus dem kleinkriminellen Milieu herauskommen kann. Die Dynamik des ehemaligen Lehrers und seines ewigen Schülers macht „Breaking Bad“ mal zur Comedy-Show, mal zur Wissenschaftssendung und auch zum Psycho-Drama. Soll heißen: das ZDF muss unbedingt jemanden finden, der Pastewka das Wasser reichen kann. Das kann ja der Grafik-Praktikant sein, der sich von seinem mickrigen Mindestlohn nichts leisten kann und deshalb zum Dokumentenfälscher wird. Oder der kleine Gras-Dealer, der Verbindungen zur Unterwelt hat. Natürlich stellt das deutsche Format einer 4-teiligen Miniserie ein Problem dar. Schließlich ist es der lange und holprige Weg, den Pinkman und White im Original gemeinsam gehen, der ihre Beziehung zueinander so besonders macht. Mein Vorschlag wäre, ihn mit einem jungen Türken zu besetzen. So holt man sich schon mal den halben Wedding ins Publikum und bleibt dabei auch innenpolitisch relevant (wir sind ja immerhin bei den Öffentlich Rechtlichen). Außerdem deckt man damit schon einen Teil von Punkt 3 ab.

3. Immigranten
Es mag kaum auffallen, da „Breaking Bad“ in den letzten Episoden mit ein paar US-Neo-Nazis endet, aber Tatsache ist, dass in fast allen Staffeln die Antagonisten aus Südamerika stammen. Der weiße Mann (Mr. White!) gegen den Latino-Wilden. Hat da jemand in den USA „Rassimus“ geschrien? Nein! Denn es ist nun mal Tatsache, dass sich die Kartelle in Mexico, Kolumbien, usw. befinden. Zur Recherche kann man gern „Scarface“ oder „Blow“ heranziehen. Ebenso sollte im politisch korrekten Deutschland beachtet werden, dass ein Großteil der kriminellen Machenschaften von Immigranten und Asylanten begangen werden. Das hat nichts mit Rassismus zu tun, sondern spiegelt einen wichtigen Aspekt unserer Gesellschaft wider. Rumänen, Türken, Syrer sind in das ganz normale deutsche Leben eingebunden, aber ebenso Teil des organisierten Verbrechens. Also wäre es nur konsequent, wenn Pastewka mal den Abou-Chaker-Clan vor der Tür stehen hat. Oder wenigstens die „Hells Angels“, die inzwischen ihren Nachwuchs nicht mehr so fein aussieben, wie es noch in den 90ern der Fall war. Es heißt „die Mafia steht vor der Tür“. Mal sehen, ob’s die Italiener werden. Ein aktuelles Bild der Kriminalität in Deutschland lässt sich also nur mit dem Einbeziehen von unangenehmen Wahrheiten wiedergeben, was direkt zu Punkt 4 führt.

4. Realismus
„Breaking Bad“ setzt sich mit Drogenherstellung, -konsum und –fahndung auseinander. Da Amerika seit den Siebzigern im „War on Drugs“ steckt, ist das nachvollziehbar. Wir lernen die Kunst dahinter kennen, die Wissenschaft, die Abgründe und ebenso die Sinnlosigkeit. Dem Gegenüber steht das langweilige Leben der „Normalos“, aus dem Walter White ausbricht und dessen Rolle er doch bis kurz vor Serienschluss noch mitspielt. Daraus ergeben sich Komik und Spannung zugleich. In der deutschen Version haben wir es mit Falschgeld zu tun, einem Thema, dass sich seit den 80ern nicht mehr in den Medien findet. Aktualität sieht anders aus. Zumindest die Tatsache, dass Pastewka einen arbeitlosen Grafiker spielt, ist total realistisch. Endlich kann man all die Jugendlichen da draußen warnen, doch bitteschön „was Vernünftiges zu studieren“. Den ursprünglichen Antrieb Whites, nämlich kriminell zu werden, weil man sich die Krebsbehandlung nicht leisten kann, darf das deutsche Gegenstück leider nicht benutzen, da es dem realen Bild von gesetzlicher Krankenkasse und Arbeitslosen-, sowie Sozialhilfe widerspricht. Das bietet ein großes dramatisches Dilemma, denn man muss einen ebenso zwingenden Grund finden und trotzdem die Hauptfigur sympathisch erscheinen lassen. Schließlich ist der Wandel vom Spießbürger zum Verbrecherkönig Kern des Originals. Zockerei geht nicht, es sei denn man heißt Uli Hoeneß. Vielleicht was mit Immobilien? Da kann man gut Geld verlieren und Opfer sein (Berlin bietet sich als Schauplatz an). Sich mit Kriminellen aus allen Gesellschaftsschichten rumzuschlagen wurde schon angesprochen. Ebenso das Familienleben. Das bietet aber auch: Laaangeweile. So gut das Original auch ist, es gibt Szenen, in denen nur am Mittagstisch gesessen wird. Minutenlang! Kein Gespräch, nur Blicke. Es gibt die Klepto-Schwägerin, eine Büroaffäre und Probleme mit der Behinderung des Sohns. Das sind Aspekte, über die man als Zuschauer gern hinweg sieht, da sie zum Großen Ganzen kaum etwas beitragen. Das heißt aber nicht, dass sie in der deutschen Version außer Acht gelassen werden können. Wir Deutschen können langweilig sein. Richtig doll. Das darf man dann auch zeigen. Auf das wie kommt es an. Und das liegt auch am Geld.

5. Budget
Es ist nicht der erste Versuch, aus ausländischem Material eine deutsche Version zu machen. Meist scheitert so etwas (bis auf den geklauten „Stromberg“). Es gab tatsächlich eine deutsche LOST-Version! Die sah genau so schlecht aus, wie man es vermutet, da sie mit einem Zehntel des US-Budgets auskommen musste. Bei all dem Lob für Bryan Cranstons Schauspiel, für die guten Drehbücher und ausgefallenen Ideen, darf man doch nicht vergessen, dass jede Folge des Originals etwa 3 Mio Dollar kostete! Das ist mehr als ein durchschnittlicher deutscher Spielfilm. Ich bezweifle jetzt schon, dass man für den gesamten 4-Teiler mehr als 3 Mio Euro ausgeben wird. Und doch steckt in der Qualität von „Breaking Bad“ eine Menge Geld. Es gibt in der Serie Kameraeinstellungen, die eher ans Kino und weniger ans Fernsehen erinnern. Es gibt Drehorte, die sind in Weite und Größe kaum zu überbieten. Das Produktionsdesign ist realistisch und High-Tech zugleich (Gus’ unterirdisches Labor). Die Musik ist experimentell und ebenso hochwertig. Jede Nebenrolle ist exzellent geschrieben und besetzt, so als gelte es, aus jedem kleinen Charakter einen Star machen zu wollen. Ein 4-Teiler ist natürlich einfacher zu produzieren, an guten Crews und echten Talenten mangelt es in Deutschland auch nicht. Es wäre nur schön, wenn diese mal anständig bezahlt würden, bzw. ausreichend Geld zur Realisierung von bestimmten Ideen bekämen.

Es wäre wünschenswert, wenn wenigsten ein paar Tipps beachtet werden, anstatt den typisch deutschen Einheitsbrei zu panschen, der durch tausend Köche in Redaktion und Sendeanstalt verursacht wird. Im Grunde genommen hat sich das ZDF keinen Gefallen damit getan, den direkten Vergleich zum Original herzustellen. Wer sich mit den Großen schmückt, muss sich auch an ihnen messen lassen.

Oscars 2014

March 3, 2014 at 11:15 pm

Früher habe ich die Oscars geliebt. Ob es an Ellens holpriger, langweiliger Moderation lag, dass ich in diesem Jahr kaum Interesse hatte? Die Nominierten waren jedenfalls nicht schuld, denn 2013 war ein sehr gutes Filmjahr – vor allem für Schauspieler. Ich hätte jedem von ihnen die Statue gegönnt. Letztlich war aber alles so vorhersehbar wie immer.

Die großen Gewinner sind Gravity (yeah!), 12 Years a Slave und Dallas Buyers Club. Alle sehr verdient.

Bester Film
12 Years a Slave

Beste Regie
Alfonso Cuarón (Gravity)

Bester Darsteller
Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)

Beste Darstellerin
Cate Blanchet (Blue Jasmine)

Bester Nebendarsteller
Jared Leto (Dallas Buyers Club)

Beste Nebendarstellerin
Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)

Beste Kamera
Emmanuel Lubezki (Gravity)

Visuelle Effekte
Gravity

Harold Ramis 1944-2014

February 25, 2014 at 10:13 am

Harold-Ramis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Held der Kindheit ist gegangen. Harold Ramis wird für mich immer Egon Spengler sein. Der Nerd unter den Ghostbusters (1984). Ein Film reichte aus, um ihm Weltruhm zu verschaffen, auch wenn die wenigsten Leute seinen Namen kannten. Ein weiterer Film reichte, um ihm Respekt zu verschaffen: Groundhog Day (Und täglich grüßt das Murmeltier, 1993) war die bekannteste und beste Regiearbeit des Mannes, der die zweite Karriere des Bill Murray damit einleitete. Ramis begann seine Laufbahn als Comedian, spielte in dem in Deutschland wenig bekannten Stripes (Ich glaub’, mich knutscht ein Elch, 1981) und hatte neben Groundhog Day noch andere Regiearbeiten, wie Multiplicity (1996) und Caddyshack (Wahnsnn ohne Handicap, 1980) vorzuweisen.

Hier ein paar Stimmen aus Hollywood zu einem Tod: http://www.hollywoodreporter.com/news/harold-ramis-death-hollywood-mourns-682817

 

Philip Seymour Hoffman 1967-2014

February 4, 2014 at 12:34 am

The Variety Studio: Sundance Edition Presented By Dawn Levy - Day 2 - 2014 Park CityEin Ausnahmetalent ist viel zu früh abgetreten. Verstorben an einer Überdosis Heroin hinterlässt er seine langjährige Freundin und 3 Kinder. Hoffman war wohl einer der besten Nebendarsteller der letzten zwanzig Jahre, der nach seinem Oscar-Gewinn für Capote (2006) auch in Hauptrollen brillierte. Ein Schauspieler, den man in seinen Rollen sofort erkannte und doch schwer zuordnen konnte. Jemand, der völlig in einer Figur aufging und doch immer die selbe, unheimliche Präsenz behielt. Ich war völlig überrascht, ihn kürzlich in dem Blockbuster Hunger Games: Catching Fire (2013) zu sehen, vielleicht, weil er so selten Mainstream-Filme drehte. Er wird seine Rolle auch in den Fortsetzungen ausfüllen, denn laut Studiobericht waren fast alle Szenen abgedreht. Es ist nur ein kleiner Trost, ihn auch noch Monate nach seinem Tod im Kino bewundern zu können.
Es gibt inzwischen unzählige Seiten im Netz, die Ausschnitte seiner Filme auflisten, eine Bildersammlung kann man bei Tumblr finden.

OSCAR 2013 – Nominierungen

January 16, 2014 at 3:06 pm

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Dies sind die Nominierungen der Oscars 2013. Verleihung am 02.März.

Bester Film
American Hustle (13.Feb.2014)
Nebraska (16.Jan.2014)
Captain Phillips (14.Nov.2013)
Philomena (27.Feb.2014)
Dallas Buyers Club (06.Feb.2014)
12 Years a Slave (16.Jan.2014)
Gravity (03.Okt.2013)
The Wolf of Wall Street (16.Jan.2014)
Her (27.Mär.2014)

Beste Regie
David O. Russel (American Hustle)
Alfonso Cuarón (Gravity)
Alexander Payne (Nebraska)
Steve McQueen (12 Years a Slave)
Martin Scorsese (The Wolf of Wall Street)

Bester Darsteller
Christian Bale (American Hustle)
Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave)
Bruce Dern (Nebraska)
Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club)
Leonardo DiCaprio (The Wolf of Wall Street)

Beste Darstellerin
Amy Adams (American Hustle)
Judi Dench (Philomena)
Cate Blanchet (Blue Jasmine)
Meryl Streep (August: Osage County)
Sandra Bullock (Gravity)

Bester Nebendarsteller
Barkhad Abdi (Captain Phillips)
Jonah Hill (The Wolf of Wall Street)
Bradley Cooper (American Hustle)
Jared Leto (Dallas Buyers Club)
Michael Fassbender (12 Years a Slave)

Beste Nebendarstellerin
Sally Hawkins (Blue Jasmine)
Julia Roberts (August: Osage County)
Jennifer Lawrence (American Hustle)
June Squibb (Nebraska)
Lupita Nyong’o (12 Years a Slave)

Beste Kamera
Philippe Le Sourd (The Grandmaster)
Emmanuel Lubezki (Gravity)
Bruno Delbonnel (Inside Llewyn Davis)
Phedon Papamichael (Nebraska)
Roger A. Deakins (Prisoners)

Visuelle Effekte
Gravity
The Hobbit: The Desolation of Smaug
Iron Man 3
The Lone Ranger
Star Trek Into Darkness

Wieder einmal sind die meisten Filme bei uns noch nicht mal gestartet! Die einzige Überraschung, die ich hier finde, ist das Fehlen von Elysium in bei den Visuellen Effekten.

Eine komplette Liste findet man hier.

Weltweit Surfen – Weltweit alles sehen

January 11, 2014 at 5:04 pm

VPN-Bild

VPN (Private Access) ist einer von vielen Anbietern, die barrierefreies, quasi-anonymes Surfen erlauben. Für rund 30,00EUR im Jahr bekommt man einen Zugangscode, der den eigenen Rechner mit verschiedenen Standorten auf der Welt verbinden kann und so verschleiert, dass man in Deutschland sitzt. Aber wofür braucht man das eigentlich?

Youtube! Nachdem es sich die GEMA zur Aufgabe gemacht hat, jedes zweite Musikvideo zu sperren, kann man in Deutschland kaum internationale Musik sehen/hören. Lady Gaga kann wieder trällern (nee, ehrlich, ihre Videos sind ganz gut).

Internationale TV-Sender! Viele Sendungen laufen auf den Webseiten von NBC, ABC, BBC usw. kurz nach ihrer Fernsehausstrahlung, sind aber dem jeweiligen Ausstrahlungsland vorbehalten. Wer also Saturday Night Live Clips sehen möchte, die sonst nur von einem US-Rechner aus abrufbar sind, kann das jetzt tun.

Hulu! Hulu.com ist eine Website, in der kostenlos TV-Serien angesehen werden können. Wenn man in den USA sitzt. Mit VPN kann man jetzt auf eine Datenbank der letzten Jahre zugreifen.

Anonymität! Theoretisch surft man nur noch per „Tunnel“ also mit fremder IP-Adresse. Das bringt Anonymität und sollte sogar das „böse“ Downloaden sicher machen. Darauf würde ich aber keine Gewähr geben, da VPN die Einlog-Daten von jedem Kunden behält und per Gericht gezwungen werden könnte, die Original-IP heraus zu geben. Anonymität ist seit dem NSA-Skandal ja sowieso nicht mehr glaubwürdig.

Der Code/ das Programm ist nicht auf einen Rechner fixiert, kann also mehrfach genutzt werden. Nach einem Jahr als Kunde bei diesem Dienst, möchte ich das nicht mehr missen, auch wenn die Netzgeschwindigkeit etwas geringer als im normalen DSL-Betrieb ist.

Poll (2010) – TV Tipp 08.Januar 2014

January 8, 2014 at 6:01 pm

Heute Nacht versendet die ARD den großartigen deutschen Film Poll. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte bis 23:00Uhr wach bleiben, das ganze aufnehmen, oder auf DVD ansehen. Wirklich schöne Bilder und eine gut erzählte Geschichte machen Poll zu einem meiner Favoriten in der von mir sonst unbeachteten deutschen Filmlandschaft.

 

Sherlock, Cumberbatch, Pegg… Häh?

January 1, 2014 at 11:13 pm

Heute startet in den UK die dritte Satffel von Sherlock, die Benedict Cumberbatch zum Star gemacht hat und ihm eine kleine Rolle in Star Trek: Into Darkness brachte. Eine ziemlich nervige britische Reporterin fördert in diesem Interview mit Simon Pegg und Alice Eve die Wahrheit über den Schauspieler mit dem komischen Namen zu Tage. Das ist eigentlich eine dumme Ausrede, um eines meiner Lieblingsvideos des letzen Jahres zu posten. Der Spaß beginnt bei 3min:

Wojciech Kilar 1932-2013

December 30, 2013 at 10:27 am

Einer der besten europäischen (Film-) Komponisten ist von uns gegangen. Wojciech Kilar hat mich besonders mit seinem Score für Dracula beeindruckt, den ich jedem nur empfehlen kann. Hier zum Kauf.

Eines seiner schönsten Stücke „Father Kolbe’s Preaching“ findet man auf dem Soundtrack zu The Truman Show:

 

Top 10 – Filme 2013

December 29, 2013 at 5:28 pm

2013 war ein durchwachsenes Jahr. Ich habe nicht viele Filme gesehen, aber fast jeden Blockbuster. Da waren sehr viele Enttäuschungen dabei (Man of Steel, Pacific Rim, The Lone Ranger, Die Hard 5, Trance, R.I.P.D. usw.)

Und doch gab es unerwartete Highlights, die jeder gesehen haben sollte. Zu beachten ist, dass ich alle Filme im Original sah, was sich besonders bei den Komödien auf die Gags auswirken kann.

 

1. Gravity (Alfonso Cuarón)

Ganz klar der Film des Jahres. Echtes Kino, für den Besuch im IMAX-Theater gemacht. Atemberaubende Bilder, nahezu perfekte Effekte, eine simple aber spannende Handlung. Endlich mal ein Film für den sich 3D lohnt. Sandra Bullock und George Clooney in Bestform.

 

2. Oblivion (Joseph Kosinski)

Ein Sci-Fi-Film, der sich visuell und handlungstechnisch überall bedient und dabei trotzdem etwas Eigenes erschafft. Spannung durchweg. Tom Cruise kann es noch, aber Andrea Riseborough stiehlt jedem die Show.

 

3. Django Unchained (Quentin Tarantino)

Tarantino  beweist, dass er auch Spaghetti-Western drauf hat und trotz Längen durchweg unterhalten kann. Jamie Foxx und Christoph Waltz sind ein tolles Team, Leonardo DiCaprio ist ein unterhaltsamer Schurke. Das Beste an Tarantinos Filmen sind ihre Drehbücher, weil sie sich nie an Konventionen halten. Dass er für seine B-Movie-Phantasien Geld und Stars bekommen kann, ist ein Lichtblick im sonst so durchkalkulierten Hollywood. Technisch gesehen von 2012, bei uns aber erst im Januar gestartet.

 

4. 2 Guns (Baltasar Kormákur)

Als wären die 80er nie vorbei gewesen, schafft der Film es spielend, einen Buddy-Cop-Movie der heutigen Zeit zu produzieren. Denzel Washington endlich mal als lockerer Typ, der von Marky Mark tatsächlich an die Wand gespielt wird! Die Handlung nimmt so viele Wendungen, dass einem schwindelig wird und trotzdem bleiben Action, Unterhaltung und dumme Sprüche nicht auf der Strecke. Ein toller Spaß mit einem herausragenden Bill Paxton in der Nebenrolle.

 

5. We’re The Millers (Rawson Marshall Thurber)

Ich mag ja Jason Sudeikis. Er verließ Saturday Night Live, um mehr Spielfilme zu drehen und hat mit dieser Komödie ein gutes Händchen bewiesen. Witzig und kurzweilig kommt diese absurde Geschichte, um Amateur-Drogenschmuggler daher. Habe gut gelacht, über’s englische Original.

 

6. The World’s End (Edgar Wright)

Der dritte Teil von Simon Peggs und Nick Frosts „Cornetto-Trilogie“ ist der reifste Film von allen. Meine Rangliste wäre demnach: 1. Hot Fuzz, 2. The Worl’d End, 3. Shaun of the Dead (ich bin nicht so der Zombie-Fan). In der britischen Provinz angesiedelt, ist der Film mit seinem Kampf gegen die Invasion von Außen, letztlich wieder ein Beispiel, wie gut Wright, Pegg und Frost das Thema „Freundschaft“ in Szene setzen können. Ein Film mit Herz.

 

7. This is The End (Seth Rogen/ Evan Goldberg)

Seth Rogen spielt sich selbst, in dieser absurden Hollywood-Apokalypse. Jay Baruchel und James Franco sind auch dabei. Die Show stehlen aber Jonah Hill und Danny McBride. Wem diese Namen nichts sagen, der hat wohl die letzten 6 Jahre keine Komödien gesehen. Daher hier eine kurze Liste mit Empfehlungen: Superbad (2007), Pineapple Express (2008), Observe and Report (2009), She’s Out of My League (2010), Your Highness (2011), 21 Jump Street (2012). Wieder einmal gilt meine Empfehlung für die Originalversionen, da diese Komödien sehr stark durch Improvisation und „Self-Awareness“ geprägt sind, welche in der dt. Fassung gerne verloren gehen.

 

8. Ironman 3 (Shane Black)

Der dritte Einsatz von Robert Downey Jr. Als Ironman fühlt sich an wie eine Fortsetzung vom gern übersehenen Kiss Kiss Bang Bang (2005), was kein Wunder ist, da beide den selben Regisseur haben. Black hat sich durch seine Action-Drehbücher der 80er und 90er (u.a. Leathal Weapon) einen Ruf als Mann der leichten Unterhaltung gemacht und tatsächlich kommt dieser Superheldenfilm mit viel Coolness und Selbstironie daher.

 

9. Lincoln (Steven Spielberg)

Spielberg beweist erstens, dass er noch gute Filme machen kann und zweitens, dass Geschichte jenseits Guido Knopp unterhaltsam und spannend sein darf. Das dichte Drehbuch von Tony Kushner hilft dabei sehr.  Daniel Day-Lewis bekam völlig verdient einen Oscar für sein Präsidentenportrait. Technisch gesehen von 2012, bei uns aber erst im Januar gestartet.

 

10. Elysium (Neil Blomkamp)

Der Film hätte besser sein müssen, hat aber zu viele Schwächen in seiner Handlung. In den USA wollten dann auch gar nicht so viele Leute den Nachfolger von District 9 (2009) sehen, was wohl auch daran lag, dass es sich um eine ziemlich offensichtliche Allegorie auf die aktuelle Immigrationspolitik des Landes bezieht. Unerreicht sind aber die Special Effects. Allein die Roboter sind ein CG-Wunderwerk und machen mir Hoffnung, dass computeranimierte Kreaturen doch eine Qualität haben können, die ich bisher nur bei praktischen Effekten sehe.

 

Ich habe im Kino nur einen deutschen Film gesehen, und zwar Hai-Alarm am Müggelsee (Leander Haussmann/ Sven Regener). Kann man den empfehlen? Naja, da steckt ein halber wirklich guter, lustiger Film drin, der leider von seiner anderen Hälfte fast kaputt gemacht wird. Ein paar gute Gags machen eben noch keine Komödie, ein paar absurde Szenen noch keinen Monty-Python. Haußmann und Regener waren stolz, den Film innerhalb eines Jahres fertig gestellt zu haben. Das sieht man den 90 Minuten aber auch an, denn eigentlich gibt es nur für 40 Minuten Stoff. Der Rest wird in viel zu langen Einstellungen ertränkt. Trotzdem kann ich solche Filme in Deutschland nur empfehlen und hoffen, dass wir mehr davon sehen werden. Wobei es eine Schande ist, dass laut Aussage von Buch/Regie, kein Geld dafür locker gemacht wurde. Wenn die Filmförderung/Verleiher keine Kohle für einen Unterhaltungsfilm ausgeben wollen, wieso wundert man sich eigentlich, dass deutsche Filme so selten unterhalten und kaum Geld einspielen?

 

Habe ich Highlights von 2013 vergessen?