Star Wars – Original Modelle + Behind The Scenes

October 24, 2014 at 10:09 am

Vergisst man mal den Prequel-Scheiß dann war Star Wars ein wirklicher Meilenstein. Seit ein paar Tagen geistern zur Original-Trilogie tolle Bilder im Netz.

Für Modell-Liebhaber gibt es 50 Bider hier. Und für ein paar mehr Behind The Scenes von Return of the Jedi gibt es auch ein Album.

Ein Vorgeschmack:

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6 Probleme mit dem Tatort „Im Schmerz geboren“

October 17, 2014 at 2:09 pm

Tatort_Schmerzgeburt
Es ist ja ein Wunder, dass überhaupt Tatorte produziert werden können. Mit einem minimalen Budget, Zeitdruck und Einflussnahme von greisen Redaktionen in den Sendeanstalten scheint es kaum möglich, irgendwas zu filmen. Den wirtschaftlichen Aspekt lassen wir mal außen vor, obwohl dieser gerade eben erst in diesem Artikel zum Schweiger-Tatort beschrieben wird. Das Geheimnis: es lohnt sich eben nicht, einen Tatort zu drehen. Zumindest nicht wirtschaftlich. Und kulturell? Oder kreativ? Hier sind 6 Probleme des letzten Versuchs – noch bis zum Wochenende in der Mediathek abrufbar – , die uns zeigen, wie sinnlos überhaupt eine Diskussion um die Reihe Tatort ist.

1. Overkill
Ein Lolli ist toll. Zuckersüß und was besonderes. Ein Lolli in einem Bonbon-Laden ist schon weniger wert, weil es ja so eine große Auswahl an Süßigkeiten gibt. Ein Lolli in einem Bonbon-Laden in Disneyland geht schließlich unter. Das passiert auch mit Ideen. Eine neue Idee im Tatort ist gut. Ein paar mehr sogar besser. Aber wenn man das Format quasi zumüllt, verliert es nicht nur seinen Reiz, man kann auch das Besondere daran nicht mehr erkennen. Und so gibt es neben einer theatralischen Einleitung eines Schauspielers, der einen Schauspieler spielt, der einen Gangster spielt, der gerne Schauspieler geworden wäre, auch noch allen möglichen anderen überbordenden Kram. Einen Erzähler, der uns mittendrin die Handlung erklärt (oder auch nicht, weil er das Gesehene eigentlich nur wiederkäut), „lebende Gemälde“, Zitate aus anderen Filmen, Büchern, Mythen. Freeze-Frames mit roter Farbgebung! Freeze-Frames, die aussehen wie gemalt! Shakespeare. Noch mehr Shakespeare! Überall Shakespeare, sogar im bolivianischen Dschungel. Einen Mord. Noch einen Mord. Und noch einen Mord! Der Antagonist als wandelnder Sensenmann. Ein Duell, und noch eins, und noch eins, und… noch eins! Sowieso ist der ganze Film ja ein einziges Duell: der Cop gegen den Abtrünnigen. Schade nur, dass einem das immer wieder erklärt werden muss, denn immerzu stehen sich die beiden zwar gegenüber, aber spannend ist das noch lange nicht. Am Ende wirkt das alles so aufgesetzt, dass es jeden Sinn verliert.

2. Musik
Eigentlich gehört die Musik zum ersten Problem, allerdings ist der Overkill dabei besonders eklatant. Wenn man im Vorspann liest „Musik: HR-Sinfonieorchester“, könnte man sich ja fragen, wer der Komponist ist. Doch weit gefehlt! Für diesen besonderen Tatort reicht kein einzelner Künstler, nein, man greift auf einen großen Klassik-Katalog zurück, um möglichst imposant daher zu kommen. Schade nur, dass man damit völlig daneben greift. Wie soll ein kohärentes Klangbild entstehen, wenn man durch verschiedene Stile und Epochen durchrattert und vom Leitmotiv nichts wissen will? Klar, es gibt Regisseure, die aus verschiedenen Songs und klassischen Stücken eine tolle Stimmung erzeugen können (Scorsese, Tarantino). Tatort-Regisseur Florian Schwarz fehlt da doch offenbar das Feingefühl.

3. Altbacken sein
Trotz Overkill bleibt sich der deutsche TV-Krimi aber so treu, dass es zum Heulen ist. Wenn einen das Duell „3 Söhne gegen den Mann in Weiß“ am Anfang nicht mitreißt, hat man noch mal 20 Minuten Zeit, sich irgendwie in diese Story reinzudenken, weil nichts Besonderes passiert. Ach was, denken? Hier wird wie immer alles erklärt, so als sitze ein hirnamputierter Blinder vor dem TV-Gerät. Jules & Jim war ein Film über eine Dreiecksbeziehung. Wiederholen wir das doch auch mindestens dreimal, damit es jeder kapiert. Die blonde Kollegin könnte was von Murot wollen? Das müssen aber auch bitte schön alle Kollegen (und der Antagonist!) nochmal erklären. Sowieso: Murot. Wenn man so wie ich, den Herrn vorher nicht kannte, wird doch auf schön deutsche Manier der Name bei jeder noch so passenden (und unpassenden) Gelegenheit rausposaunt. Murot hier, Murot da. Wie heißt der Kommissar nochmal? Murot, oder? Mein Gott, wer redet denn so? Aber wenn’s denn nur beim Namen bliebe. Nein, ständig muß uns der Böse erklären, was er denn vorhat, damit, wenn’s schließlich passiert, keine Überraschung mehr bleibt. Wir könnten uns ja überanstrengen am Sonntagabend. Aber auch sonst ist Innovation fehl am Platze. Der Vorspann: wird auf keinen Fall aktualisiert, auch wenn er von Stimmung, Grafik und Musik her wirkt, wie ein Relikt aus der Franz-Josef-Strauss-Zeit. Die Kamera: langweilig. Die Farbgebung: unglücklich gewählt (ist es denn nur ein Western, weil sich ein leichter Gelbstich durch die 90 Minuten zieht?). Die Musik: hatten wir schon – muss aber nochmal erwähnt werden, weil sie wohl auch Drama und Theatralik vermitteln soll. Als ginge das nicht anders. Der Schnitt: naja, bloß nicht zu schnell, bloß nicht zu kurz, bloß nicht verwirrend. Das Schauspiel: schwankt zwischen großer Bühne und authentischem Gelaber. Wirkt aber immer schön unrealistisch. Das Drehbuch: das eigentliche Verbrechen dieses Krimis. Eine Rachegeschichte, so unrealistisch und so überstrapaziert, dass sie die verschachtelte Erzählform braucht, denn wenn man die dünne Handlung einfach mal runterbricht, bleibt kaum mehr als ein Satz: Lover trauert um tote Freundin und wird irre dabei. Ach ja, Kind auch tot. Kommissar weiß aber von nix. Super Bulle, oder? Ist ja nicht so, als hätte man nicht beim ersten Erwähnen der Dreiecksbeziehung gewusst, wessen Sohn da so präzise den Scharfschützen mimt. Uh, oh, bloß keine Überraschungen, der Zuschauer könnte ja verwirrt sein.

4. Emotionen
Nicht vorhanden. Ja, Ulrich Matthes spielt einen aus Trauer verrückt gewordenen Mann. Den Wahnsinn nimmt man ihm auch ab, weil kein normal denkender Mensch so einen dummen Plan am anderen Ende der Welt aushecken könnte. Oder weil es wohl keinen normalen Menschen gibt, der einen Vaterschaftstest per Babygeruch hinbekommt. Der ruhige Gegenpol ist also Murot – gespielt von einem unentschiedenen Ulrich Tukur. Soll er denn nun von der Vergangenheit prahlend erzählen, oder doch nur Fakten runterstammeln? Darf er mal etwas Nähe zu seinem Sohn entwickeln? Oder zu seiner Assistentin? Oder zu der Kollegin, die ihn so geil anguckt? Oder darf er nur sauer sein, auf den alten Wegbegleiter? Aber wenigstens versuchen diese beiden ja etwas Emotion rüberzubringen. Allen anderen bleibt dies verwehrt. Abgesehen von der letzten Würgeszene rennt Golo Euler wie benebelt als Bastard David durchs Bild. Von Gefühl keine Spur. Alexander Scheer kann froh sein, dass man ihm eine RockaBilly-Frisur verpasste, sonst könnte man ihn glatt übersehen. Seinen Boss, den Shakepeare-liebenden Mafioso Bosco erwischt es nicht besser. Nur mal kurz zuckt er zusammen, als er vom Tod seiner Söhne erfährt. Ist aber in der nächsten Szene gleich vergessen. Und alle haben sie etwas gemein, dass vielleicht die Theatralik des Tatorts untermalen soll, aber nur unrealistisch daher kommt: sie sterben so schön leise. Drei Jungs kommen zum Duell. Der erste wird abgeknallt, der zweite auch und der dritte steht auch nur zum Umfallen rum. Ihr Vater nicht besser (ja, was passiert wohl mit einem Laserpunkt auf der Brust?). Der waffenhandelnde Autor lässt sich später ganz ruhig die Betonfüße anketten (wirklich, die Betonfüße – im Jahre 2014?!?) und die verräterische Kollegin wartet gemütlich ab, dass ihr Killer einen Schalldämpfer vor die Knarre schraubt, bevor sie dran glauben muss. Am Ende gucken alle doof in die Kamera, beim Gruppenfoto der Toten. War ja alles nur Spiel, nicht wahr? Muss den Zuschauer ja nicht jucken. Bloß kein Gefühl wecken, man soll doch bitte noch schlafen können.

5. Deutschland-Syndrom
Sowieso der Zuschauer. Was hat man nicht alles gelesen zu diesem „Ausnahme-Tatort“. Wie sich die Menschen uneinig waren, ob man sowas zeigen darf. Soviel Blut, soviele Leichen. Au weia. Und dann die Begeisterten! Nicht nur in der Presse, auch im Wohnzimmer. Da werden Kommentare abgegeben, den besten Tatort aller Zeiten gesehen zu haben. Oder dass man sich nicht vor Hollywood verstecken müsste. Oder das Hollywood sowieso doof sei und man es hier doch auch könne. Ehrlich? Das soll Hollywood-Niveau gewesen sein? Ja, wenn man nur Filme vor 1990 gesehen hat, dann vielleicht. Andererseits sagt es natürlich auch etwas über die Qualität der bisherigen Tatorte aus, wenn dieses Mittelmaß schon als Erlösung herhalten kann. Woche für Woche betäubt sich der Deutsche mit „seinem“ Tatort und zwar nicht nur der Alte, der schon seit den Siebzigern dabei ist, sondern auch der Junge, der mit anderen in der Kneipe sitzt und das Angucken zum „Ritual“ zur „Tradition“ ja sogar zum „Kult“ auserkoren hat. Wenn eine Nation sich damit zufrieden gibt, dann steht es schlecht um die Filmvielfalt. Ums Fernsehen sowieso.

6. Die Öffentlich-Rechtlichen
Und da wären wir dann auch beim letzten und größten Problem: Dem zwangsfinanzierten TV, das uns irgendwie seine Existenzberechtigung unterjubeln will und das mit dem einzig funktionierenden Format (neben Fußball) begründen möchte. Ja klar ist der Tatort gut, wenn ihr sonst nur Schrott sendet. Ja klar ist der Tatort was besonderes, wenn die restliche TV-Landschaft nur aus dummen Quizshows, Talkshows, Politiksendungen und Volksmusik besteht. Und dafür zahlt man also knapp 20 Euro im Monat. Dafür, dass dieses lächerlich überzogene und doch viel zu simple Drehbuch durchgewunken wurde? Dass man das heutzutage noch schön langweilig inszenieren darf und es als Tradition verkauft? Dafür, dass Talente vor und hinter der Kamera lügen müssen und den Tatort als das Höchste im TV loben? Dafür dass man diesen Talenten durch altbackene Regeln, politischen Druck und unnötigen Quotenwahn die Chance raubt, mal was richtig Gutes zu machen? Dafür zahlen wir also Gebühren? Wir können uns ja gegenseitig noch so sehr anlügen, aber Fakt ist doch, dass man die 20-Euro-Monatsgebühr eben nicht für eine DVD von „Im Schmerz geboren“ ausgeben würde. Für einen Hollywoodfilm aber schon.

Alien Resurrection – Newborn

September 19, 2014 at 12:57 pm

Schon vor Prometheus gab es einen Alien-Film, der nicht überzeugen konnte: Alien – Die Wiedergeburt. Besonders negativ viel das hirnrissige Neugeborene auf. Allerdings ist dieses Video zur Entstehung des Newborn mal wieder ein Fest für alle Liebhaber von Practical Effects. Von Amalgamated Dynamics hergestellt.

Planet of the Apes – Wie man zum Affen wird

September 19, 2014 at 12:53 pm

Terry Notary hat schon Schauspieler für Tim Burtons Planet der Affen trainiert und später dann Brandon Routh in Superman Returns zum Fliegen gebracht. Hier erzählt er was zum neuesten Planet der Affen: Revolution.

 

Robin Williams – 1951-2014

August 13, 2014 at 12:34 am

Robin_RIP

Und dann war er nicht mehr da. Robin Williams Leben hier in Kürze, aber nur schwer in Worte zu fassen.

Einzigartig. Robin Williams war seine eigene Kategorie. Durch wen soll man ihn ersetzen können? Es gibt keinen Nachfolger. Die Welt verliert nicht nur einen Menschen, einen Schauspieler, Vater, Kranken, Heiler, Freund. Sie verliert ein Stück von sich selbst. Sie ist eine andere ohne ihn.

Vielseitig. Wer hatte denn sonst so eine Bandbreite? Ein Meister seines Fachs. Sei es Komödie, Drama, Stand Up. Sei es pure Unterhaltung oder Kino mit Tiefgang. Seine Interviews: legendär. Jeder einzelne Moment getrieben von tausend Ideen. Er war ein herumzappelndes Genie, von seiner Umwelt kaum zu bändigen.

Schwankend. Aus seiner Alkoholsucht machte er kein Geheimnis. Drogen gab es auch. 2006 der Rückfall. Die öffentliche Anklage: Wie kann man nur? Nach all den Jahren! Und doch haftete die Krankheit nicht. Sie wurde akzeptiert. Auch die Depression, die dahinter lag. Von ihm selbst so diskutiert wie seine Operation am Herzen. Er wollte nicht wegsehen – und wir sollten es auch nicht! Doch, Wegsehen hilft. Der Umwelt – nicht dem Kranken. Denn am Ende bleibt jeder mit sich allein, kämpft den einsamen Kampf gegen die Dämonen. Sicher, das Schwert mag man ihm in die Hände reichen, im Hintergrund den Chor anstimmen und rufen „Du kannst es, wenn du willst!“, aber den Todesstoß muss jeder selbst vollstrecken. Depression ist ein ständiger Kampf, der täglich aufs Neue geführt wird.

Immer da. Auch wenn er fort ist, Robin Williams wird noch Jahrzehnte überdauern, war er doch jahrzehntelang unser Begleiter. Egal wen man fragt, jeder hat noch eine Erinnerung mehr an ihn. Es kommen uns heute so viele Filme in den Sinn, so viele Charaktere, Momente, Lacher. Was für ein Geschenk an uns!

Danke.

Eli Wallach 1915-2014

June 25, 2014 at 11:20 pm

Und so kam dann doch seine Zeit. Eli Wallach ist mit 98 Jahren verstorben.
Ein Film, eine Rolle machten ihn unsterblich: The Good, The Bad & The Ugly (1966). Sein „Tuco“ war der Prototyp des Schlitzohrs. Charmant und gerissen und sich dabei nicht zu schade, auch mal jemanden abzuknallen.
Er hat bis ins hohe Alter gespielt, unter anderem in The Holiday (2006). Seinen Durchbruch hatte er fast ein halbes Jahrhundert früher mit The Magnificent Seven (1960) als böser Fiesling. Einer der letzten Großen einer längst vergangenen Ära, der immer unterhaltsame Interviews gab, oder wie hier, mit über 90 Jahren, eine coole Dankesrede:

Der neue Batman + Batmobil

May 13, 2014 at 6:51 pm

Zack Snyder ist kein guter Regisseur, aber seine Trailer sind immer super. Hier reicht schon ein einziges Twitter-Bild, um einen großen Effekt herzustellen! Ben Affleck als Batman neben dem neuen Batmobil – aus dem kommenden Batman vs. Superman (2016)

Das Mobil scheint auch ein Bild zu bestätigen, welches mal im Internet kursierte.

Bob Hoskins 1942-2014

April 30, 2014 at 3:30 pm

The-Long-Good-Friday

 
Bob Hoskins ist an einer Lungenentzündung mit 71 Jahren verstorben.

Die jüngere Generation wird ihn vor allem aus den frühen 90ern kennen. Who Framed Roger Rabbit, Hook, Mermaids oder selbst Super Mario Bros. brachten dem Briten ein breites Publikum und ein paar Jahre Ruhm in Hollywood. Man hätte meinen können, er wäre auf Komödien abboniert. Aber Hoskins war schon vor seinem Ausflug in den Mainstream zu einer Ikone geworden. Ohne den grandiosen Long Good Friday (Riffifi am Karfreitag, 1980) gäbe es wohl heute kaum britische Gangsterfilme, die Guy Ritchie und Jason Statham internationale Karrieren einbrachten. Neben einem dichten und spannenden Plot, bietet LGF vor allem Hoskins in der Rolle seines Lebens: Harold Shand. Diesen Charakter konnte nicht einmal eine Duschszene mit Brusthaar ins Lächerliche ziehen. Nein, Hoskins spielt Harold mit einer Energie, die die Leinwand zu sprengen droht und die bis zur letzten (grandiosen) Szene  immer mehr ansteigt.

Vor ein paar Jahren wurde bei ihm Parkinson’s festgestellt und er zog sich zur Ruhe. Ein letztes Mal war er in Snow White And The Huntsman zu sehen, mit gebrochener Stimme, ein fast blinder Zwerg. Eine sanfte und würdevolle finale Vorstellung.

Seine Tochter hat einen schönen Artikel verfasst, mit Lebensweisheiten, die neben dem Schauspieler auch den Menschen und Vater zeigen: http://hautehoskins.com/2014/04/30/rosa-14/#sthash.9LCIVQ0B.rzgOxJa4.dpbs

Grand Budapest Hotel – ENGLISH Interview with Sebastian Lochmann

April 2, 2014 at 4:53 pm

Sebastian Lochmann

Sebastian Lochmann is without doubt one of the top artists in German and international movie business. His works include the mask of Speedracer, Bane’s scar in The Dark Knight Rises, and the adult version of the dragons in Game of Thrones. His extraordinary talent to make real life sculptures out of thin air got him to work on a bust of Tom Wilkinson’s character in Wes Anderson’s new film The Grand Budapest Hotel. Filmschland spoke to him, exclusively.

Grand Budapest Hotel – Interview mit Sebastian Lochmann

April 2, 2014 at 10:59 am

Sebastian Lochmann

Sebastian Lochmann gehört ohne Zweifel zu den Top-Künstlern in der deutschen und internationalen Filmszene. Zu seinen Arbeiten gehören die Maske des Speedracer, Banes Rückennarbe in The Dark Knight Rises, oder auch die erwachsene Version der Drachen in Game of Thrones. Sein großes Talent, quasi aus dem Nichts, realistische Skulpturen zu modellieren, brachte ihm den Auftrag, eine Büste von Tom Wilkinsons Charakter in Wes Andersons neuem Film The Grand Budapest Hotel zu fertigen. Filmschland konnte ihm dazu exklusiv ein paar Fragen stellen.

Wie fühlt es sich an, seine Arbeit überlebensgroß im Kino zu sehen?
Tatsächlich ergab sich für mich noch keine Gelegenheit, das fertige Resultat im Kino zu sehen. Allerdings weiß ich aus Erfahrung der letzten Jahre, dass es jedesmal ein tolles Gefühl ist, Derartiges für Filme zu schaffen. Zudem werden soviele zusätzliche Faktoren hinzu addiert, dass die Arbeit am Ende meistens eine höhere Wertigkeit bekommt.

Wie bist du zu dem Auftrag für die Tom-Wilkinson-Büste gekommen?
Ich beendete gerade meine Skulpturarbeit für den Film Beauty and the Beast in Babelsberg, als mich der Studio Manager des Art Departments anrief und mir im ersten Zuge nur die Frage stellte, ob ich verfügbar sei für eine Portraitbüste. Als ich zusagte, informierte er mich über das Projekt. Am selben Tag gab es ein erstes Meeting mit dem Produktionsdesigner Adam Stockhausen sowie den Art Direktoren Stephan Gessler und Gerald Sullivan.

Warst du Teil eines Teams?
Leider nicht. Nach der ersten Besprechnung war es mir Aufgrund der grossen Distanz zwischen meinem Zuhause und dem Studio Babelsberg wichtig, die Büste in einer Werkstatt in Kreuzberg anzufertigen. Die Art Direktion bekam täglich Bilder des Entstehungsprozesses von mir gesendet.

Hast du Wilkinson treffen können?
Nein. Selbst für die Anfertigung der Portraitbüste wurden keine Bilder zur Verfügung gestellt. Somit musste ich selbst über diverse Suchmaschinen im Internet aktuelle Bilder von Tom Wilkinson recherchieren. Nach Fertigstellung und Abnahme der Büste von Wes Anderson schien es unsicher ob Tom Wilkinson für die Rolle überhaupt verfügbar ist. Nach zweiwöchigem Warten gab es dann eine Bestätigung und die Büste konnte fertiggestellt werden.

Wie ist dein Arbeitsprozess?
Nach ausgiebigen Recherchen über den Darsteller beginnt die Planung. Das Art Department sendete mir ein Referenzbild für die Umsetzung der Büste. Das Bild zeigt das Portrait von Stefan Zweig in Bronze aus den 30er Jahren in Paris. Es folgt der Prozess des Modellierens bei dem täglich Bilder an das Art Department gesendet werden. Nach der letzen Abnahme von Wes Anderson folgt der Formenbau. Dabei wird eine negative Form der Skulptur aus Silikon und Epoxyd angefertigt. Im Anschluss entsteht ein neues Positiv der Skulptur ebenfalls aus Epoxydharz. Der letzte Arbeitsschritt ist die Bemalung. Dabei werden mehrere Farbschichten aufgetragen, die das Objekt am Ende als Bronzeguss aussehen lassen.

Tom-Wilkinson-GBH_Bust

Wieviel Zeit hattest du für die Fertigstellung?
Nach der ersten Besprechnung kalkulierte ich ca. 10 Tage für die Anfertigung. Dabei plane ich 5 Tage für das reine konzeptionelle Portrait sowie weitere 5 Tage für das sog. “Finishing”. Formenbau und Bemalung nehmen nochmals eine Woche in Anspruch. Soviel zur Theorie, aus produktionsbedingten Gründen streckte sich die Anfertigung auf ca. einen Monat.

Welches Material hast du verwendet?
Modelliert wurde mit einem technischen Ton. Das fertig bemalte Portrait besteht aus Epoxyd, das mit Acrylfarben bemalt wurde.

Änderungswünsche?
Gerne hätte ich Tom Wilkinson für meine Arbeit fotografiert und vermessen. Ich denke dieses Ergebniss hätte mich etwas glücklicher gemacht.

Wer hat die fertige Figur gegossen?
Beim Formenbau hatte ich Hilfe von Martin Schäper (Design of Illusion). Der Epoxydcast sowie die Bemalung ist von mir.

Tom-Wilkinson-GBH_Finish

Hast du Wes Anderson getroffen/gesprochen?
Bis auf die indirekte Abnahme gab es leider kein Kontakt zu Wes Anderson. Auch bei Screenings bzw. den Premieren ergab sich keine Gelegenheit, da ich doch meistens zu diesem Zeitpunkt bei einen neuen Projekt arbeitete.

Gab es eine Reaktion auf deine fertige Arbeit? Von wem?
Ich zeige meine Arbeiten in sozialen Netzwerken, dort gab es sehr positive Resonanz von Kollegen.

Ist es etwas Besonderes, für einen Hollywoodfilm zu arbeiten? Gibt es Unterschiede zu deutschen Produktionen?
Natürlich ist es immer etwas besonderes, seine Arbeit auf grosser Leinwand sehen zu können. Der Unterschied zu deutschen Produktionen ist, dass man mir bei „Hollywoodfilm Produktionen“ allgemein mehr Spielraum einräumt und mehr Vertrauen meiner Arbeit gegenüber entgegenbringt. Ich denke, dass es in diesem Punkt nicht um Geld geht – mehr um Erfahrung!

Gibt es zukünftige Projekte, über die du sprechen kannst? In Film oder Kunst?
Neue Arbeiten von mir gibt es in Guardians of the Galaxy, Dracula Untold und in Ridley Scotts Exodus zu sehen. Gerade arbeite ich an einem Projekt in England, das mir besonders am Herzen liegt, da mich das Thema auch persönlich schon immer interessiert hat: es geht um Menschenaffen.
Zwischen den Projekten arbeite ich an Skulpturen für eine erste Austellung. Das Thema sind “Die Sieben Todsünden“.
Zudem ensteht gerade, nach über 10 Jahren Arbeit in dieser Branche, ein Retrospective-Artbook mit dem Titel „The Sculptural Art of Sebastian Lochmann“.