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Ghost in the Shell (2017) – Kritik

June 10, 2017 at 7:49 pm

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Ghost in the Shell, Regie: Rupert Sanders, 107min, USA

 

Kurz:

In naher Zukunft wird das Hirn einer Polizistin in einen künstlichen Körper verpflanzt. Als Super-Cop jagt sie nun einen Cyberterroristen, der die Hersteller ihrer Roboterhülle nach und nach zur Strecke bringt. Warum will jemand die Technologie aufhalten und warum werden die Ermittlungen von den vermeintlichen Opfern behindert?

Ein Manga wird real verfilmt und löst Kontroverse aus, weil Scarlett Johansson keine echte Asiatin ist. Dabei rettet sie den Film mehr als einmal, während dieser sein Potential zu Gunsten hübscher Bilder und cooler Effekte verpuffen lässt.

 

Lang (Spoiler):

Um es vorweg zu nehmen; der Grund warum eine Amerikanerin die Hauptrolle in Ghost in the Shell ausfüllen kann, wird am Ende des Films so beiläufig erklärt, dass man sich wünscht, er würde mehr als 107 Minuten lang sein. Schließlich wird das Hirn einer jungen Asiatin in einen Roboter-Körper verpflanzt. Und der kann eben auch aussehen wie Scarlett Johansson (zumal die Hersteller der Roboter wohl auch aus dem Westen kommen).

Wie schon in seiner Vorlage spielt er der Film auf fundamentale Themen an, die Menschlichkeit, Technologie und die Kombination aus beidem beinhalten. Leider schafft es Regisseur Rupert Sanders aber nicht, diese Themen zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen. So fragt man sich beim Zusehen, wo man eigentlich hingucken soll. Nicht mit den Augen, sondern mit dem Kopf. Was sollen all die schönen Bilder, wenn sie mich nicht ansprechen?

Im Kern geht es nämlich um so viele kleine Details, dass es sogar schwer fällt, Ghost in the Shell in eine bestimmte Kategorie zu tun. Ist es ein Sci-Fi-Film? Oberflächlich schon. Er spielt in der Zukunft und watet mit imposanten (wenn auch nicht immer überzeugenden) Computereffekten auf. Ist es ein Actionfilm? Ja, es wird schließlich geballert und gekämpft als gelte es die Gewerkschaft der Stuntleute zu retten. Ist es ein Drama? Nur in Ansätzen. Eine Detektivgeschichte? Ja, auch. Ein Polizeithriller? Bestimmt. Von allem ein bisschen, aber nie ein Ganzes. Ein guter Film lässt mich hoffen, dass da noch mehr kommen KANN. Ein schlechter Film lässt mich kalt, weil da noch mehr kommen MUSS.

Es ist vielleicht unfair, einen direkten Vergleich zu ziehen, aber dennoch muss man Ridley Scotts Blade Runner ansprechen. Einen Film, der quasi mit all den gleichen Themen wie Ghost in the Shell spielt und dabei alle Sinne befriedigt. Rein visuell steht der neue Film dem Klassiker in nichts nach, obwohl die Digitalisierung der Effekte mir persönlich immer noch nicht gefällt. Blade Runners Miniaturen und seine Set-Erweiterungen wirken zeitlos gegenüber den animierten Robotern, Vehikeln und Stadtlandschaften von Ghost in the Shell.

Die Musik von Vangelis war ein Meilenstein des elektronischen Soundtracks und auch Clint Mansel und Lorne Balfes Zusammenarbeit ist ein Erfolg, der an Daft Punks Tron:Legacy erinnert. Leider sieht es das Studio nicht so und hat statt eines echten Soundtracks nur eine Compilation mit Songs veröffentlicht. Dieses billige Marketing Tool war schon immer ein Beschiss am Kunden und zeugt auch heute noch von der Respektlosigkeit gegenüber den Komponisten und des Musikliebhabers.

Beide Filme sind eigentlich eine Detektivgeschichte. Blade Runner schickt dabei seinen Protagonisten auf die Suche nach verrückten Robotern, wobei immer die Frage bleibt, ob er nicht selbst einer von ihnen ist. In Ghost in the Shell steckt ein menschliches Hirn in einem Roboter. Die Protagonistin Major sucht nach einem Killer, der sich als ihr Vorgängermodell herausstellt. In beiden Filmen suchen die Hauptfiguren also nach sich selbst. Aber wo es der Klassiker schafft, subtil an der eigenen Menschlichkeit zu zweifeln, haut der neue Film mit dem Holzhammer drauf, lässt das Thema aber irgendwie doch nur als Nebensächlichkeit dahinplätschern. Während in Blade Runner die Leute Schiss haben, vor den künstlichen Menschen (zu Recht?), scheint die Erweiterung, also das Aufrüsten der Marke Mensch, Hauptantrieb der Welt von Ghost in the Shell zu sein. Nur wird nie klar, warum man das denn wollen würde. Majors Kollege Batou (ebenfalls kein Asiate) wird bei einem Einsatz verletzt und lässt sich seine beschädigten Augen durch künstliche Linsen ersetzen. Er scheint damit recht glücklich, was vielleicht ein Gegenbeispiel zum Major sein soll. Ist er damit die Ausnahme oder die Regel? Lohnt es sich also nur, zum halben Roboter zu werden, wenn es die Krankenkasse übernimmt? Sind die Operationen gefährlich? Sollen die Ersatzteile auf den menschlichen Wunsch nach Perfektion, Unsterblichkeit oder Bewusstseinserweiterung anspielen? Wir erfahren es nie.

Und was bedeutet Menschsein? Diese Frage wird nur auf Major abgewälzt, weil ihre Umwelt sie nicht beantwortet. Im Hongkong oder Tokio dieses Films (die Stadt wird nie vorgestellt) wollen also alle Menschen zu halben Robotern werden, ohne zu wissen warum. Major ist das einzige Geschöpf, das diesem Wunsch nahe kommt und sie hat offenbar große Probleme mit dieser Rolle. Auch hier wählt Blade Runner die interessantere Sichtweise, wenn der Protagonist ähnlichen Fragen ausgesetzt wird, diese aber durch sein Gegenüber reflektieren muss: Der Erfinder der Maschinen wird von seiner eigenen Schöpfung ermordet. Dem Killer-Roboter steht der Unschulds-Roboter gegenüber, in den sich der Protagonist auch noch verliebt. Am Ende des Films philosophiert selbst der Mörder über den Sinn des Lebens und berührt uns mit seiner Menschlichkeit.

Wenn also die „wichtigen Fragen der Menschheit“ in Ghost in the Shell nicht beantwortet werden, bleibt wenigstens gute Unterhaltung?

Wer Geballer mag, kommt auf seine Kosten. Major und ihre Truppe schießen sich wild durch den Plot und tun dabei so, als wäre das Detektivarbeit. Tatsächlich scheint die Jagd nach Spuren zufällig abzulaufen. Jedes Mal wenn es keine Hinweise auf den Verbleib des Cyberterroristen gibt, verübt dieser einen Anschlag. So kommen Major und ihre (unwichtige) Truppe Stück für Stück, Set für Set, Schießerei für Schießerei weiter.

Enttäuschend ist die Auflösung dann trotzdem. Nicht nur, dass der Cyberterrorist ein Vorgängermodell von Major ist, nein in ihrem vorigen Leben kannten sich die beiden schon. Sie waren Ausreißer, die von der bösen, bösen Roboter-Firma eingefangen und gegen ihren Willen für Experimente missbraucht wurden.

Daraus entstehen zwei Probleme; erstens das Klischee der skrupellosen Tech-Riesen und zweitens das Ignorieren der Vorgeschichte Majors. Der Tech-Riese als Antagonist ist so alt wie das Industriezeitalter selbst und damit ziemlich uninteressant. Und um Majors Leben etwas Tiefe zu verleihen, wird ihre Mutter spät in den Film gezogen und soll so emotionales Gewicht verleihen. Aber das Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter wirkt völlig belanglos, quasi nicht zu Ende erzählt. Also wissen wir so gut wie nichts über die Teenagerin, die später zu Major wurde. Schlimmer noch, es interessiert uns gar nicht.

Noch kurz zum allgemeinen Gefühl. Irgendwie scheint der Film total veraltet, was natürlich auch an seiner Quelle liegt. Das Manga ist von 1989. Zum Ende der Achtziger war Cyberpunk noch frisch, waren Ausreißer noch ein Thema (Wir Kinder vom Bahnhof Zoo) und die Übernahme der Welt durch Maschinen und Computerprogramme eine Bedrohung. Heutzutage geben wir unser ganzes Leben auf Facebook preis und spielen mit Drohnen Überwachungsstaat. Die Ästhetik der Bilder ist stark vom Manga bzw. Anime inspiriert, die Musik eine Hommage an Elektrosynth. Alles fühlt sich an, wie schon mal da gewesen und kann leider nicht durch spannende Handlung aufgewertet werden. Die Chance, die Fragen und Ängste der heutigen Zeit zu reflektieren, wurde so leider vertan.

Hollywood kann vielleicht nie tiefgründige Science Fiction produzieren. Man soll ja auch nicht unbedingt philosophierend aus dem Kinosaal kommen und sein Leben überdenken. Aber The Matrix, Interstellar, Ex Machina oder Arrival haben bewiesen, dass moderne Sci-Fi-Filme durchaus Unterhaltung und Tiefe miteinander verbinden können. Ghost in the Shell hat all die richtigen Ansätze und traut sich dennoch nicht, einen einzigen davon auszuformulieren. Somit bleibt einem die Kontroverse ums Casting mehr im Gedächtnis als der eigentliche Film.

Alien: Covenant (2017) – Kritik

June 4, 2017 at 2:11 pm

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3Sterne_lang

Alien: Covenant, Regie: Ridley Scott, 122min, USA

Kurz:

Völlig überflüssiger, unnötig brutaler aber auch absolut langweiliger Film, der die Intelligenz seines Zuschauers nicht nur anzweifelt, sondern ganz gezielt beleidigt.

Lang (Spolier!):

Ridley Scotts Fortsetzung zu Prometheus (2012) soll die Brücke zu seinem Meisterwerk Alien (1979) schlagen und verfehlt nicht nur dieses Ziel, sondern auch die Aufgabe, die Fragen des letzten Films befriedigend zu beantworten. Er zeigt einmal mehr, dass das Alien-Franchise im Grunde genommen tot ist und dass Scott überhaupt keine Lust hat, es wiederzubeleben. Dem Regisseur sind seine menschlichen Charaktere völlig egal – damit disqualifiziert sich der Film als Prometheus-Sequel. Ihm sind aber auch die Monster egal – damit disqualifiziert sich der Film als Alien-Prequel. Stattdessen wird uns hier ein Film angeboten, der den Protagonisten und Antagonisten in Form eines Androiden präsentiert. Damit kann man sich nur schwer identifizieren, auch wenn Michael Fassbender in der Doppelrolle des zurückhaltenden Walter und des verrückten David schauspielerisch glänzt.
Aber was ist schlimmer? Ein Alien-Film ohne sein Titel-Monster oder ein Alien-Film ohne Sinn und Verstand? Da wo der Vorgänger noch versuchte, pseudointellektuell die Ursprünge des menschlichen Lebens zu ergründen, haut Alien: Covenant mit dem Holzhammer drauf, um uns die Ursprünge des schwarzen Monsters zu erklären: David. Ja, der Roboter des letzten Films, dessen Arschloch-Attitüde schon in einigen Momenten durchscheinen durfte, wird vollends zum verrückten Frankenstein hochstilisiert. Keine Alien-Queen, die Eier legt, nein ein durchgeknallter Android hat diese perfekte Spezies erschaffen. Unter anderem nutze er dafür die Leiche der Heldin des letzten Films. Jawohl, so scheisst man noch retroaktiv auf den Vorgängerfilm. Scott meinte in einem Interview verstanden zu haben, was dem Zuschauer 2012 fehlte: das Original Monster. Nicht etwa glaubwürdige Charaktere oder echte Spannung, nein, es war wohl nur das falsche Design. Und bloß keine gottesähnlichen Glatzköpfe, die sich unter uralten Helmen verbargen. Also ist die logische Konsequenz, einen Film zu präsentieren, der die Glatzköpfe per Genozid auslöscht und das Originaldesign zurückbringt.
Im Netz gibt es inzwischen Unmengen an Analysen, was alles mit diesem Film falsch läuft, warum das Alien-Franchise tot ist und warum man Scott keinen Film mehr machen lassen sollte. Das kann man sich durchlesen und allem zustimmen. Oder man überlegt einfach, warum die letzten zwanzig Minuten von Alien: Covenant nicht funktionieren. Liegt es daran, dass wir das Monster-im-Schiff-Szenario schon mal gesehen haben und überhaupt keine Spannung aufkommt? Dass uns keiner der toten Charaktere interessiert? Dass ihre Tode zwar absolut ekelig inszeniert wurden, aber leider in keiner Weise etwas bedeuten? Dass der Sieg über das Monster eine Wiederholung von allem bisherigen ist? Oder dass uns das alles nicht interessiert, weil wir als Zuschauer nur darauf warten, dass sich der gute Roboter Walter dann doch als der böse Roboter David herausstellt (ein „Twist“ der allein durch die Prämisse von zwei Michael Fassbenders von vornherein klar ist und die Intelligenz eines jeden erwachsenen Zuschauers beleidigt)?
Die Antwort ist: ja. Ja, all diese Fehler wurden gemacht und zu einem absolut bescheuerten, uninspirierten Mist gemixt, der weder den Regisseur Ridley Scott verdient, noch den Eintrag in die Alien-Historie.
Ach ja, zumindest die Musik ist toll, weil sie Jerry Goldsmiths Originalthema wiederverwendet. Macht zwar keinen Sinn, klingt aber gut.

King Arthur: Legend of the Sword (2017) – Kritik

May 31, 2017 at 4:00 pm

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King Arthur: Legend of the Sword, Regie: Guy Richie, 126min, USA, UK, Australien

Guy Richie macht nen Abenteuerfilm! Es rumst und kracht und wird so schnell geschnitten als wären wir inmitten eines Musikvideos. Dazu gibt es wirklich epische Bilder und einem antreibenden Soundtrack. Ein bisschen fühlt man sich wie beim Lord of the Rings auf Drogen, aber nur ein bisschen, denn schließlich wird hier noch immer die Artus-Legende erzählt.
Offiziell ist der Film schon in den USA gefloppt, was auch an den schlechten Vorabkritiken gelegen haben mag (und daran, dass er sich gegen Guardians of the Galaxy Vol.2 behaupten musste). Verstehen kann man das kaum, denn King Artur bietet beste Unterhaltung und ist den Gang ins Kino absolut wert.
Die klassische Sage um Arthur, den Sohn des Britenkönigs Uther Pendragon wird nur in Teilen angerissen. So gibt es die „Mage“, ein Volk von Zauberern, das über die Abwesenheit von Merlin hinweghelfen soll und gleich zu Beginn der Geschichte das Reich mit großer Armee und einer Horde Riesenelefanten (!) angreift. Gelenkt wird der Angriff allerdings von Uthers intrigantem Bruder Vortigern, der zum Mörder des Königspaares wird, aber dessen Erben nicht fassen kann. So wächst Arthur in einem Hurenhaus auf, ohne seine wahre Herkunft zu kennen. Bis zu dem Tag da er Excalibur – das magische Schwert – aus einem Felsen zieht und so zur Bedrohung Vortigerns wird. Eine Prophezeiung sagt das Ende des grausamen Königs voraus, so dass dieser für den Rest des Films versucht, Arthurs Schicksal frühzeitig zu beenden. Der wiederum wehrt sich beharrlich dagegen, seinen Onkel vom Thron zu stürzen und zum Anführer der Briten zu werden.
Durchweg großartiges Casting rundet ein sympathisches Ensemble ab. Charlie Hunnam spielt Arthur mit viel Sympathie und Stärke, seine Bande aus Rebellen wird mit Djimon Hounsou, Aiden Gillen, Tom Wu und Astrid Bergès-Frisbey sympathisch belebt. Jude Law lebt als schleimiger Bösewicht auf wie selten in den letzten Jahren. Überraschend der Auftritt von Eric Bana als Uther, der gleich zu Beginn des Films das Ideal verkörpert, an welches Arthur nicht rankommen will. Sie alle gehen in ihren Rollen so gut auf wie es ihre Zeit auf der Leinwand zulässt. So wie die Nebenrollen an zu wenig Zeit leiden, sind die beiden Hauptakteure zwar öfter zu sehen, aber nicht unbedingt weiter ausgearbeitet.
Der „Reluctant Hero“ – also der Held, der keiner sein will, bis es nicht mehr anders geht und der „Evil Villain“ – also der Böse, der so böse ist, das es nur so böst, sind nur zwei Beispiele der archetypischen Charaktere, die den Film aus seinem perfekten Setting reißen und dann doch in gewohnte Bahnen bringen. Das ist schade, denn Richie tut alles was geht, um dem Zuschauer ein packendes, kurzweiliges und vor allem modernes Abenteuer zu bieten. Die Musik von Daniel Pemberton rockt wie wild. Die Effekte schwanken zwischen realistischer Animation und Computerspiel, aber immer so, dass man nicht rausgerissen wird. Die 3D-Wandlung macht wirklich Spaß im Kino (endlich mal wieder ein Film, wo Pfeile und Schwerter vor der Nase tanzen). Sowieso ist die gesamte Welt aus realistischen Landschaftsaufnahmen, gewaltigen Sets mit digitalen Erweiterungen, authentischen aber verspielten Kostümen und lockerem Dialog ein gelungenes Update der typischen Ritterfantasien. Wo der Herr der Ringe zwischen traditionellem Epos und langweiligem Märchen schwankte, schafft es King Arthur seiner Linie treu zu bleiben und sich als rotzige Britensaga mit Rollenspielpotential zu behaupten.
Dass der Markt für so einen Film in den letzten Jahren von Game of Thrones übernommen wurde, scheint dem Kinogänger nicht entgangen zu sein. Trotzdem würde ich jedem empfehlen, den Film auf der großen Leinwand und in 3D zu sehen.

King Kong: Skull Island (2017) – Kritik

May 27, 2017 at 12:48 am

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Kong: Skull Island, Regie: Jordan Vogt-Roberts, 118min, USA

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Heureka, der Monster-Film ist zurück! Woran „Pacific Rim“ und „Godzilla“ noch scheiterten, nämlich unterhaltsames Kino zu machen, schafft es Kong: Skull Island nicht nur mit fantastischen Effekten aufzuwarten, sondern auch mit Charakteren, um die man gerne bangt und einer simplen, aber dafür spannenden Handlung zu punkten. Mittendrin ist John C. Riley als „Comic Relief“, der im Trailer noch irgendwie deplatziert wirkte, sich im Film aber als dessen emotionaler Kern herausspielt. Regisseur Jordan Vogt-Roberts schafft es tatsächlich, die richtige Balance aus Horrorfilm und leichter Unterhaltung zu finden, seine Monster sind gruselig, seine Helden sympathisch und sein Kong monumental.

Dabei geizt er nicht mit prallen Farben und spektakulären Computereffekten ohne wie ein Videospiel zu wirken. Glaubhaft ist das alles natürlich trotzdem nicht – aber die einfache Handlung, gepaart mit coolen Viechern, Blut und Schweiß lässt kaum Langweile aufkommen. Das Setting ist ebenso clever (70er Jahre Vietnam-Krieg) wie sein Casting. Samuel Jackson als menschlicher Antagonist, Brie Larson als ‚die weiße Frau’ und Tom Hiddleston als vorsichtiger Abenteurer spielen ihre Archetypen gekonnt und werden dabei von einem tollen Ensemble an Nebendarstellern unterstützt.

Ich habe Peter Jackson’s 2005 Filmversion sehr gemocht. Da war viel Emotion drin, King Kong war ein verknallter Riesengorilla, der tragisch endete. Eine wunderschöne Hommage an das Original von 1933. Der Schwarz-Weiß-Klassiker steht dann auch zu Recht noch in allen Geschichtsbüchern der Special Effects und ist auch über 80 Jahre später noch nicht veraltet. Die Version von 1976 kann man aus Neugier mal sehen, aber ebenso schnell auch wieder vergessen.

Anders dieser neueste Eintrag in die Affen-Geschichte. King Kong: Skull Island wirkt wie das Herzensprojekt einer Crew, die einfach mal ein schönes Monsterspektakel machen wollte. Dass dabei der König der Insel nicht mehr ganz so ausgearbeitet ist, wie Dabei Action, Horror, Spaß und Unterhaltung so gut zu balancieren, verdient Respekt im heutigen, schnelllebigen Hollywood. Bitte mehr davon.

Ins Kino dafür? Unbedingt!

 

Roger Moore 1927-2017

May 24, 2017 at 6:33 pm

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Wenige Darsteller werden mit nur einer Rolle verbunden. Roger Moore wird aber immer James Bond sein und das ist an sich schon ein imposantes Erbe. Als der Brite in den Siebzigern den legendären Agenten von Sean Connery übernahm, war er schon ein großer Fernsehstar. Er spielte die Hauptrolle in diversen Serien, war in Deutschland vor allem als Simon Templar bekannt und natürlich als Sprücheklopfer in der Kultserie „Die Zwei“. Er hatte natürlich Glück, dass „Live and Let Die“ eine andere Richtung der Bond-Filme einschlug und ihm die Ausarbeitung der Figur so leicht machte. Sieben Mal war er als 007 auf der Leinwand, prägte damit die Figur des James Bond ebenso stark wie es Connery vor ihm tat. Moore war witziger und eleganter als sein Vorgänger. Er half, die Reihe nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen. Mit cleveren Sprüchen und übertriebener Action gab er dem Helden eine Leichtigkeit, die ihn wieder relevant machten. Dabei sah er immer gut aus und versprühte eine Aura von Autorität und Sympathie.
Mit dem Ende seiner Bond-Zeit beendete er auch quasi seine Schauspielkarriere. Es gab noch ein paar Filme, die inzwischen schon fast alle vergessen sind, aber im Grunde genommen ging er in seiner neuen Rolle als UNICEF-Botschafter viel mehr auf und verbrachte die letzten Jahrzehnte seines Lebens damit, unsere Welt ein klein wenig besser zu machen. Manchmal verblassen die Leistungen beim Film neben denen in der echten Welt.
Und so geht ein großer Mann von der Bühne, dessen zwei Rollen noch lange nachhallen werden.

Bud Spencer 1929-2016

June 28, 2016 at 7:19 pm

RIP_Bud

Wenn jetzt die Kultfigur „Bud Spencer“ gestorben ist, könnte man meinen, der Titel „Held der Kindheit“ würde ein bisschen zu oft in seinen Nachrufen auftauchen. Aber seien wir ehrlich, wie viele solcher Helden gibt es wirklich?

Trends kommen und gehen und die Kindheit ist schneller vorbei, als man denkt. Und doch bleiben die „Bud Spencer & Terence Hill“ Filme auch noch Jahrzehnte nach ihrer ersten Ausstrahlung im Kopf. Wer kann sich gegen deren harmlosen, aber total unterhaltsamen Klamauk denn wehren? Wer freut sich nicht, wenn der Dicke dem Schurken eins mit der Faust verpasst und dabei immer wieder einen dummen Spruch raushaut? Genau in der Harmlosigkeit dieser Filme liegen ihr Charme und die Kraft, so lange relevant zu bleiben. Es macht einfach Spaß, sich diese Filme anzusehen.

Für Carlo Pedersoli war das Leben ein Spaß. Dieser Lausbube im Körper eines Riesen, der vom Sport über Umwege zum Film kam, Musik machte, Essen und Leute liebte und dabei kein bisschen unecht wirkte, genoss alles was ihm entgegen kam. Sei es der Ruhm oder eine Backpfeife von irgendeinem Ganoven. Immer war Freude dabei. Das färbt ab. Aufs Umfeld und sogar noch viel weiter aufs Publikum. Mit Bud Spencer verabschiedet sich eine Ikone, eine Kunstfigur, in der so viel vom echten Menschen steckte, dass sie auch echt wirken musste.

Auch als er vor ein paar Jahren seine Biografie vorstellte und dafür durch halb Europa reiste. Da waren die Säle voll. Ja, er war inzwischen alt und nicht mehr so wendig. Die Augen, früher von der heißen Sonne zum Zwinkern gezwungen, später mit jedem Jahr ein bisschen mehr eingekniffen, das Gesicht durch Falten gegerbt und mit einem Rauschebart umrahmt, der Körper noch immer füllig, aber doch schon ein wenig eingefallen – ja, man hätte meinen können, der alte Mann Carlo hätte den unbezwingbaren Bud am Ende eingeholt. Wäre da nicht sein spitzbübisches Lächeln geblieben, das auf einmal auftauchen konnte und über alle Äußerlichkeiten strahlte. Da war er wieder da, der Dampfhammer, der Lebemann, der Held. Da wollte man am liebsten eine Rauferei anzetteln, um noch einmal dabei sein zu können.

Es bleibt der Dank, Bud Spencer so erlebt zu haben, wie es die Legende erzählt: als einen „Held der Kindheit“.

Götz George 1938-2016

June 28, 2016 at 6:50 pm

RIP_Goetz

Wenn man in den letzten Tagen etwas zum Tode Götz Georges liest, liest man auch ein Stück deutsche Geschichte. Die Lebensstationen eines unserer „größten Schauspieler“ sind so typisch deutsch, ja fast ein Klischee, dass sie uns beinahe vergessen lassen, dass er tatsächlich talentiert vor der Kamera spielte.

Geboren kurz nach dem Krieg und den Vater – einen Nazi-Sympathisanten und Schauspielkönig – schon früh in der Kindheit verloren. In den Sechzigern „Winnetou-Filme“ gemacht und damit Teil der größten Publikumserfolge der BRD (und auch DDR) gewesen. In den Siebzigern verweigerte er das Kunstkino, das Fassbinder so prägte und geriet dadurch fast in die Belanglosigkeit, nur im in den Achtzigern mit der Figur „Schimanski“ den „Tatort“ in völlig neue, nämlich realistisch inszenierte Situationen zu bringen (Stichwort: „Scheiße“). Und dann avancierte er in den Neunzigern omnipräsent vom westdeutschen zum gesamtdeutschen Schauspieler. Filme wie „Stonk“, „Rossini“ oder „Der Totmacher“ waren bei Publikum und Kritik gleichermaßen beliebt und ebneten den Weg, um in den letzten 15 Jahren anspruchsvolle Rollen im Kino und TV zu drehen. Zwischendurch haute er immer mal wieder nach Sardinien ab, um die Ruhe, das bessere Wetter, ja das ganze Leben, zu genießen. Alles typisch deutsch und doch so etwas Besonderes.

Ich habe nie einen „Schimanski“ gesehen, weder im regulären „Tatort“, noch in seiner eigenen Reihe. Für mich war George immer erst Darsteller und danach Kultfigur. Dass er bei „Wetten, dass…“ aneckte und auch sonst immer sagte was er dachte, rundete das Bild eines ganz besonderen Künstlers perfekt ab. Da hätte noch mehr kommen können in den nächsten Jahren. So aber bleibt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Was für eine Scheiße!

Star Wars – The Force Awakens (2015) – 3. Trailer

October 20, 2015 at 10:50 am

Wie angekündigt hier der letzte Trailer des neuen Star Wars.

Deutschandstart: 17.Dezember 2015

Und das Poster gibts auch dazu.

Drehbuch-Update – Alles auf Neu

October 19, 2015 at 11:39 pm

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Bevor in ein paar Stunden der neue Star Wars Trailer diesem Blog wieder etwas Leben einhauchen wird, soll dieser kleine Beitrag Lust auf mehr machen. Hauptsächlich mir selbst.
In den letzten Wochen und Monaten lief der kreative Prozess nicht gerade auf Hochtouren, was man nur zu einem gewissen Teil durch wirtschaftliche Zwänge erklären kann (ich habe gearbeitet, um Geld zu verdienen). Nein, es kam auch die Erkenntnis dazu, dass das Vorhaben „GRiG“ zwar eine schöne Idee ist, aber auch relativ teuer. Da ich aus der Produktionsecke komme, entgeht mir natürlich nicht, wenn ein Drehbuch etwas mehr als ein Mini-Budget erfordert. Und genau so ist es auch gekommen: Alle drei Akte stehen auf sicherem Fuß, es gibt genug Action-Szenen, um Spannung und Spaß zu generieren und auch die Charaktere und Beziehungen funktionieren ganz gut. Kurz: ich mag das Konzept und wohin es geführt hat. Problem dabei ist: ich mag es unter anderem, weil es sich wie eine runde Sache anfühlt, wie ein „echter“ Film. Da dieses Projekt aber dafür da war, mir einen eigenen Regiejob zu basteln – und zwar ohne den Luxus einer gut geölten Produktionsfirma oder gar eines Verleihers – muss ich zugeben, am Thema vorbei gearbeitet zu haben. Das kann passieren und das darf man auch zu spät merken, ohne sich wie ein Idiot zu fühlen. Ändert aber nix. Fakt ist, so wie das Buch jetzt steht, wird „GRiG“ zu teuer und damit nicht machbar sein.
In einem seltenen Moment kreativer Klarheit und Begeisterung über da bisher Geleistete, habe ich mich dagegen entschieden, das Buch runter zu reduzieren. Diese gängige Praxis gibt es nicht nur in Deutschland, wo das Geld ja immer knapp ist, sondern auch in Hollywood. Reduzierung muss nicht per se schlecht sein. In diesem Falle würden aber sehr viele Teile der Handlung wegfallen, sehr viele Locations und überhaupt der Kern des Ganzen.
Stattdessen sitze ich seit einer Woche an einem neuen Konzept. An der „kleinen“ Version dieser Welt. Jetzt, mehr als schon zuvor, schreibe ich etwas, das mit minimalem Budget umsetzbar sein muss und trotzdem in der von mir in den letzten zwei Jahren erschaffenen Welt spielen kann. Jawohl, ich rede mir das schön und gebe das bisher Erarbeitete nicht auf. Stattdessen sehe ich „GRiG“ als Sequel, als teure Fortsetzung eines kleinen Indie-Films, den es nun zu planen gilt.
Dafür werde ich Filmschland verstärkt bei der Ideenfindung nutzen. Mein Schreibprozess ist nämlich eine Mischung aus „Kopieren von geilem Zeug“ und „Bloß nicht die selben Fehler wie andere machen“. Was kann da besser sein, als meine Gedanken abzutippen und zu veröffentlichen? Das schafft Fokus und Disziplin.
Zumindest in der Theorie. Ich bin mal auf die Praxis gespannt.

Star Wars Episode 7 – Comic Con Reel

July 11, 2015 at 11:39 am

Ich bin ja vorsichtig, diese neue Version von J.J. Abrams zu loben, aber Mann oh Mann, das sieht alles ganz toll aus!!!

Der Film kommt Ende 2015 in die Kinos und hat jetzt schon tolle Fan-Art. Da kommt nach der San Diego Comic Con bestimmt noch so einiges mehr.

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